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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 00:23 Uhr

Reformationstag : Der Landrat auf der Kanzel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Reformationstag hält Sebastian Constien die Predigt in der Pfarrkirche

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Am Reformationstag laden die Pfarr- und die Domgemeinde um 10 Uhr zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die Pfarrkirche ein. Die Predigt wird Landrat Sebastian Constien (SPD) halten.

„Die Idee dazu stammt von Pastor Matthias Ortmann. Er sprach mich an, ob ich mir die Predigt zu diesem Tag zutrauen würde“, sagt Constien. Guter Grund für ein solches Engagement ist das Thema für dieses Jahr innerhalb der Lutherdekade. Seit 2008 bis 2017, dem 500. Jubiläum der Reformation, veranstaltet die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) Themenjahre. Für 2014 steht „Reformation, Macht und Politik“ auf dem Programm. „Der Landrat hat ja durch die Wähler auch ein Stück Macht in die Hände bekommen. Interessant wird sein, zu erfahren, wie er damit umgeht und wie diese Macht sein evangelisches Christsein prägt“, freut sich Ortmann auf die Predigt.

Constien brauchte keine lange Bedenkzeit, bevor er zusagte. „Ich habe als Bürgermeister in Bützow bereits zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche einen Teil der Predigt gehalten. Außerdem war einer meiner Großväter Pastor, ich bin evangelisch getauft, konfirmiert und die Kirche steht mir sehr nahe“, begründet er sein Engagement. Eingehen will der Landrat auf aktuelle Probleme, auf die Bibel, aber auch den Bogen zum 25. Jahrestag der friedlichen Revolution schlagen. „Die Kirche hat ja einen großen Beitrag zur Wende geleistet. Vielerorts wurden die Gotteshäuser im Herbst 1989 geöffnet, damit die Menschen ein Forum und einen Platz hatten, um ihren friedlichen Protest zum Ausdruck zu bringen“, verrät Constien.

Predigen wird der Landrat auf der aus Sandstein gefertigten Kanzel, einem bedeutenden nachreformistischen Werk. Geschaffen hat sie der Bildhauer Rudolf Stockmann im Jahr 1583 zum 50-jährigen Jubiläum der Reformation in der Pfarrkirche. Rechnet man zurück, heißt dies, dass das Luther’sche Gedankengut 1533, also 16 Jahre nach dem Thesenanschlag in Wittenberg, in der Pfarrkirche angekommen ist. „Dabei waren die Güstrower noch fix, denn erst am 20. Juni 1549 wurde auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg die Gültigkeit der Reformation für das Land beschlossen“, erinnert Pastor Ortmann, der am Freitag herzlich zum Gottesdienst in die Pfarrkirche einlädt.

Übrigens: Das nächste Themenjahr innerhalb der Lutherdekade wird „Reformation und Bild“ lauten. Das ist insofern glücklich gewählt, als 2015 der 500. Geburtstag des Malers Lucas Cranach (d.J.), gefeiert wird. Für Güstrow kündigt Pastor Ortmann dabei einen Höhepunkt an: Am 4. Advent 2015 wird es einen Fernsehgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche geben, bei dem die Theologin Margot Käßmann, Botschafterin der Evangelischen Kirche Deutschlands für das Reformationsjubiläum 2017, die Predigt hält.



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