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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 02:57 Uhr

SVZ-Serie : Der frühe Angler fängt den Fisch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Vereine in der Region“ / Der 1. Güstrower Anglerverein wurde 1923 gegründet und zählt etwa 300 Mitglieder

Angler sind keine Langschläfer. Knapp 50 Mitglieder des 1. Güstrower Anglervereins trafen sich am 1. Mai um 5.30 Uhr am Vereinshaus, um auf den Hecht zu gehen. Am letzten Apriltag war die Schonzeit für den Raubfisch abgelaufen und die Petrijünger wollten keine Zeit verlieren.


Kapitale Hechte an Land gezogen


Mit Redewendungen wie „Morgenstund hat Gold im Mund“ und dem besser zur Zunft passenden „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ motivierten sie sich, mehr aber noch mit der Aussicht auf den kapitalen Hecht. Den Pokal für den mit 89 Zentimeter an diesem Tag längsten Hecht gewann Markus Vaupel. Das prachtvolle Exemplar brachte knapp zehn Pfund auf die Waage. Aber auch Werner Godow, Kurt-Dieter Meyer oder Hannes Strübing brauchten sich mit ihren Fängen nicht zu verstecken. Während die Fotoapparate und Handys der Vereinsfreunde klickten, notierte Wolfgang Timm Länge und Gewicht der Fische akribisch genau. „Damit verhindern wir, dass nach einem Glas Bier die gefangenen Fische immer länger und schwerer werden“, schmunzelt Reinhard Kruse.

Der 55-Jährige ist Vorsitzender des Traditionsvereins und, wie er sagt, „mit der Angel groß geworden“. Seine spektakulärsten Fänge waren ein 36 Pfund schwerer Dorsch in der Nordsee und ein 21 Pfund schwerer Hecht aus dem Reimershagener See. „Beides im ersten Wurf und kein Anglerlatein“, versichert Kruse. Mit 300 Mitgliedern leitet er einen der größten Anglervereine des Landkreises Rostock. Den Zulauf erklärt er sich mit dem regen Vereinsleben, aber auch mit finanziellen Vorteilen, die eine Mitgliedschaft mit sich bringt.

Dennoch ist es kein billiges Hobby. Um eine Angelkarte erwerben zu können, müssen die Petrijünger einen Fischereischein vorweisen können. Im Verein bietet Wolfgang Timm dazu Lehrgänge an. „Das Geld für die Angelkarte und einen Teil der Mitgliedsbeiträge führen wir an den Landesanglerverband ab. Der zahlt die Pacht für die Gewässer und liefert den Fischbesatz für die verbandseigenen Gewässer“, sagt Kruse. Gewässer, in denen Mitglieder des Güstrower Vereins angeln dürfen, sind unter anderem der Gliner See, der Gremmeliner Dorfsee, die Klueßer Torflöcher, die gesamte Nebel sowie anteilig der Inselsee. In der ehemaligen Militärbadeanstalt betreibt der Verein eine Fischaufzuchtanlage. Die Hechte und Schleie, die in der „Kinderstube“ aufwachsen, werden im Herbst ausgesetzt und ergänzen den vom Landesverband gelieferten Besatz.


Arbeitseinsätze an Gewässern


Die Maßnahmen bringen viel Arbeit für Gewässer-, Anlage- und Stegwart. Aber auch die Mitglieder bringen sich ein, jeder laut Satzung mit vier Arbeitsstunden. Geleistet werden sie bei Arbeitseinsätzen an den Gewässern vor und nach der Saison. Aber auch auf dem Gelände des Vereinshauses. „Da haben wir Anfang März zirka 20 Pfähle ersetzt oder neu in den See gerammt. Das war eine richtig schwere Arbeit“, weiß Stegwart Andreas Reichert. Am Sonnabend waren noch einmal um die zehn Vereinsmitglieder gekommen, um ein Dach über den Holzlagerplatz zu bauen sowie Pflegemaßnahmen durchzuführen. Am nächsten Sonnabend ist wieder Arbeitseinsatz. „Aber dann wollen die Leute auch angeln“, sagt Vereinschef Kruse. Bis zum Saisonende sind viele gemeinsame Aktionen wie das beliebte Paarangeln am 6. Juni, der Wettbewerb um den Plötzpokal zum Inselseefest oder das Brandungsangeln an der Ostsee vorgesehen.

 



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