SVZ-Wochenend-Interview : Der es lernt, das Schwert zu ziehen

Die Chance, Ralph Grothe zu treffen, ist in der Kerstingschule noch am größten.
Die Chance, Ralph Grothe zu treffen, ist in der Kerstingschule noch am größten.

20 Fragen an Ralph Grothe, Leiter der Georg-Friedrich-Kersting-Grundschule in Güstrow.

svz.de von
13. Mai 2017, 12:00 Uhr

In Stendal geboren, ist Ralph Grothe in Vorpommern aufgewachsen. Der Lehrer für Deutsch, Mathematik, Englisch und Musik ist seit 1985 im Schuldienst tätig und war 20 Jahre Schulleiter einer Grundschule in Pasewalk, bevor er 2011 im Zuge privater und beruflicher Veränderungen in die Region Güstrow gezogen ist. Hier übernahm er im gleichen Jahr die Schulleitung der Grundschule „Georg Friedrich Kersting“. Der 52-Jährige Charlottenthaler hat zwei erwachsene Kinder.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Mein Lieblingsplatz ist in meinem Garten. Hier kann ich am besten entspannen.
Wenn Sie morgen Bürgermeister wären, was würden Sie in Ihrem Wohnort als erstes ändern?
Ich würde das Wahrzeichen unseres kleinen Dorfes, ein wunderschönes Schloss im Tudorstil, welches vor einem Jahr abgebrannt ist, wieder aufbauen. Aber dazu muss man wohl zaubern können…
Eine Sache wäre da noch: In meiner tollen Schule in Güstrow, die so liebevoll von der Stadt saniert wurde und in der sich Lehrer und Schüler wohl fühlen, haben viele meiner Lehrer auswärts Unterrichtsverpflichtungen. Wenn sie dann am späten Vormittag zum Unterricht zur Kerstingschule fahren, dann wird es oft schwierig, einen Parkplatz zu bekommen. Da würde ich mir eine Lösung wünschen.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
In meiner Schule und danach im Dojo des Güstrower Kampfkunstvereins „Jion“.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich bin auf dem Land großgeworden und so verdiente ich mein erstes Geld in der LPG. Im Schweinestall habe ich ausgemistet und die Tiere gefüttert.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe mir davon eine Amiga-LP von „Genesis“ gekauft, für 16,10 Mark. Kann mich heute noch daran erinnern, wie stolz ich war, diese ergattert zu haben.
Was würden Sie gerne können?
Ich glaube, mit dem Können ist es so eine Sache. Wann kann man etwas wirklich richtig? Viel interessanter ist doch der Weg dahin. Siehe oben: Einmal zaubern vielleicht…
Was stört Sie an anderen?
Mich stören Menschen, die nur auf ihren Vorteil bedacht sind.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über mich selbst. Ich habe den Anrufbeantworter unserer Schule eingestellt und die Ansage aufgenommen. Das Ergebnis war: „Bitte hinterlassen Sie nach dem Signal einen Ton.“
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Einen Anrufbeantworter besprochen…
Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?
Mein Vater, der mir immer gezeigt hat, was man im Leben schaffen kann, wenn man seinen Idealen treu bleibt.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese, mal wieder, Robert K. Massie „Die Schalen des Zorns“ und das „Jazz Theorie Buch“ von Mark Levine. Letzteres hat wieder was mit dem langen Weg des Könnens zu tun.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Das ist nicht so mein Schwerpunkt. Ich bin eher die Leseratte und der Musikliebhaber.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Weder noch. Das überlasse ich gern Anderen.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Da habe ich keinen besonderen Wunsch. Ich treffe jeden Tag die Menschen, mit denen ich gern zusammenarbeite und die mir wichtig sind.
Wenn Sie kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Ich koche sehr gern und im Wechsel deutsche und chinesische Gerichte. Aber erzählen Sie das bitte keinem Chinesen!
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit dem Lied „Helpless“ von Neil Young, welches ich mit unserer Studentenband damals im Institut für Lehrerbildung Templin gesungen haben.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ich habe mich über das Geschenk meines Bruders gefreut. Er hat, wie man neudeutsch sagt, viele Handicaps und benötigt viel Unterstützung, um sein Leben zu meistern. Was er mir geschenkt hat, verrate ich nicht. Wichtiger waren die Gedanken, die er sich dazu gemacht hatte. Diese haben mich sehr berührt.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Eine Reise nach Island.
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?
Jedesmal, wenn ich mit Rentnern spreche, habe ich den Eindruck, dass sie nun noch weniger Zeit haben. Das finde ich auch gut so. Ich denke, dass man sein ganzes Leben aktiv gestalten sollte. Dann kann man als Rentner ruhig so weitermachen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Darf ich auch zwei Vorschläge machen? Ich glaube, Thomas Daniels, der Regionalmetereologe der Stadt Güstrow, würde sich über die Fragen freuen. Er leitet unseren Kampfkunstverein und hat über seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bestimmt viel zu berichten. Zusammen mit Klaus Ullrich trainiere ich dort Iaido, die Kunst, das Schwert zu ziehen. Er verbringt sehr viel Zeit als Stadtführer und kann eine Menge erzählen.













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