Spoitgendorf : Deponie braucht mehr Raum

Nach Aussagen des Unternehmens geht es auch künftig um Bauschutt und Bodenabtrag in Spoitgendorf.
Nach Aussagen des Unternehmens geht es auch künftig um Bauschutt und Bodenabtrag in Spoitgendorf.

Rostocker Initiative vermutet Ablagerung von Schlacken und Aschen in Spoitgendorf - Kies- und Mörtel GmbH widerspricht.

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27. Januar 2018, 05:00 Uhr

Eine Erweiterung der vorhandenen Deponie bei Spoitgendorf sowie die Einrichtung einer weiteren Deponie plant die Güstrower Kies und Mörtel GmbH. Östlich und nördlich der Deponie würden rund 16 Hektar dazu kommen. Die Kapazitäten seien so gut wie ausgeschöpft, eine Erweiterung deshalb notwendig, erklärt dazu Geschäftsführer Jens Eckhoff. Die Rostocker „Initiative für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft und gegen Müllverbrennung“ vermutet hinter dem Vorhaben hingegen etwas ganz anderes. Sie behauptet, dass in Spoitgendorf Platz für Schlacken aus der Müllverbrennung Rostock sowie für Aschen aus einer großen Klärschlammverbrennungsanlage, die in der Hansestadt geplant ist, geschaffen werden soll.

Dem widerspricht Eckhoff vehement: „Damit haben wir überhaupt nichts zu tun. Es gibt auch keine diesbezügliche Anfrage an unser Unternehmen.“ Die Deponie in Spoitgendorf sei für die Hansestadt und den Landkreis Rostock für mineralische Abfälle mit geringem organischen Anteil vorgesehen. Eckhoff spricht in erster Linie von Boden und Bauschutt. „Bei dem Bauboom insbesondere in Rostock brauchen wir mehr Platz“, betont der Geschäftsführer der Kies- und Mörtel GmbH. „Wir brauchen die Erweiterung so schnell wie möglich“, fügt Eckhoff hinzu.

Richtig sei, dass ein Teil der jetzigen Deponie an eine Firma, die Schlacken aus der Müllverbrennungsanlage in Rostock aufnimmt, verpachtet sei. Auch habe sich das Unternehmen in der Vergangenheit mit Klärschlamm beschäftigt. 15 Jahre lang habe man diesen für die Landwirtschaft aufgearbeitet. Jetzt nicht mehr. „Das ist nicht der Zweck der Deponieerweiterung“, betont Eckhoff.

Schadstoffe könnten Umgebung belasten

Mit der neuen Düngerverordnung kann Klärschlamm nicht mehr so einfach wie bisher auf Feldern ausgebracht werden. Deshalb planen 15 kommunale Körperschaften der Region, in Kooperation eine Klärschlammverbrennungsanlage in Rostock zu errichten. „Offenbar sollen Aschen der beabsichtigten Klärschlammverbrennung in Rostock nach Spoitgendorf gebracht werden“, sagt Günter Hering, Vorstandmitglied der „Initiative für die zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft und gegen Müllverbrennung“. Es sei mehr als eine Vermutung, betont Hering gegenüber SVZ. Insbesondere sehe man die Ablagerung von Schlacken und Aschen sehr kritisch. „Müllverbrennungsaschen/-Schlacken sind chemisch nicht stabil. Schadstoffe können in das Grundwasser gelangen und durch Feinstaubverwehungen können umliegende Felder, Gehöfte und Gemeinden mit schadstoffhaltigem Feinstaub belastet werden“, erklärt Hering dazu. Auch in der Nachbarschaft liegende Trinkwasserschutzgebiete könnten gefährdet werden. Mit der Erweiterung rücke die Deponie bis auf 600 Meter an das Dorf Spoitgendorf heran. Auch werde die Autobahnraststätte „Recknitz-Niederung“ quasi eingeschlossen.

Hering macht darauf aufmerksam, dass die Antragsunterlagen einschließlich der Umweltverträglichkeitsuntersuchung nicht nur in der bearbeitenden Behörde, dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Rostock, sondern auch im Amt Güstrow-Land in der Haselstraße 4 in Güstrow noch bis zum 9. Februar ausliegen. Einwände gegen das Vorhaben könnten bis zum 21. Februar beim Stalu erhoben werden.

In der Gemeinde Plaaz ist es derweil zu diesem Thema eher ruhig. Bürgermeister Holger Büttner erklärt auf SVZ-Nachfrage, dass das Unternehmen die Erweiterungspläne schon vor einiger Zeit vorgestellt habe. „Zu Protesten hat dies nicht geführt“, sagt Büttner.

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