Diekhof : Den Zauber Mecklenburgs entdeckt

Amina Appelt bei der Arbeit in ihrem Diekhofer Atelier
1 von 6
Amina Appelt bei der Arbeit in ihrem Diekhofer Atelier

Malerin, Grafikerin und Dichterin: Amina Appelt aus Diekhof / 1995 übersiedelte die 44-Jährige mit ihrer Familie aus dem „hektischen Kessel“ Berlin in den Norden

svz.de von
07. Juli 2014, 06:00 Uhr

Seit fast zwei Jahrzehnten lebt Amina Katja Appelt in Mecklenburg. 1995 übersiedelte die 44-Jährige mit ihrer Familie aus dem „hektischen Kessel“ Berlin in den Norden, in dem sie Ruhe, Weite und eine üppige Landschaft zu schätzen weiß. „Mecklenburg hat einen Zauber“, sagt die agile Frau und glaubt, dass der auch Eingang in ihre Kunst gefunden hat. Dabei: Den Schritt, als freie Autorin und Malerin zu arbeiten, wagte sie erst 2007. Davor war sie seit 2003 als selbstständige Reiki- und Meditationslehrerin tätig. Da hatte die gelernte Krankenschwester bereits drei Mädchen das Leben geschenkt, hatte eine Bildungsreise nach Portugal unternommen, eine Heilpraktikerausbildung in Rostock absolviert und sich in Zingst in die Kunst des Reikis einweihen lassen.

Amina Appelts bevorzugtes Genre als Künstlerin ist die Grafik, die sie sehr gern sehr bunt und sehr dicht gestaltet. Alles muss auf engstem Raum untergebracht werden: Menschen, Tiere, Gestirne, Elemente … „Und alles hat Platz zum Leben“, sagt sie und möchte das Bild auf die Erde projiziert wissen. „Alle Menschen könnten satt werden und gut leben, wenn nur die Verteilung stimmen würde“, ist sie überzeugt. Eine Spezialität der Künstlerin sind „Wendebilder“. Arbeiten, die von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden können und dabei neue, oft verblüffende Einsichten ermöglichen.


Hin und wieder die Perspektive verändern


„Auch im Leben sollte man hin und wieder die Perspektive verändern“, sagt sie und hat einen Rat für persönliche Krisen. „Dann tut es gut, sich mal für eine Weile auf den Kopf zu stellen.“

Sind die Druckgrafiken der Amina Appelt mit feinem Strich und Hang zum Detail ausgeführt, so schöpft sie bei ihren Acrylarbeiten aus dem Vollen. Die Farben sind kräftig, der Pinselstrich derb. Inspirieren lässt sich die Künstlerin von der Natur, die sie in ihrem Diekhofer Refugium in verschwenderischer Vielfalt vorfindet.

Parallel zu ihrer Arbeit mit Stift und Pinsel entdeckte Amina Appelt den Zauber von Worten. Ihre erste Arbeit erschien 2008, ein Kunstdruck in einer limitierten Auflage von 180 Stück mit dem Titel „Symbiose“. Für ihr zweites Buch, „Ein Blütenbaum“, in dem die Autorin sieben anrührende Liebesgeschichten erzählt, fand Appelt den Scheunen-Verlag als Partner. „Als der inzwischen leider gestorbene Andreas Ciesielski damals anrief und sagte, dass er mein Buch machen werde, war ich für eine Minute der glücklichste Mensch“, erinnert sich die Künstlerin. Inzwischen hat sie mit „Assini“ ein drittes Buch vorgelegt.

Das sind, wie sie sagt, „recherchierte Geschichten“, die in ihrer Dichte die Liebe zu ihrer Wahlheimat reflektieren. Auf Lesungen testet sie die Wirkung ihrer Geschichten auf ihre Leser.


Kontakt zu Rezipienten für Amina Appelt wichtig


Wie überhaupt der Kontakt zu den Rezipienten für Amina Appelt wichtig ist. Deshalb besucht sie Märkte, um ihre Grafiken und Postkarten zu veräußern. „Seelenarbeit“, nennt sie die in Touristenzentren geführten Gespräche und lässt sich dabei gern zu neuen Ideen inspirieren. Seit November 2012 ist Amina Appelt mit den Keramikerinnen Susanne Wunder und Susanne Unger sowie der Seidenmalerin Julia Miksch eine Ateliergemeinschaft eingegangen. Im Alexandrinenhof in Bad Doberan findet man Arbeiten der vier Frauen im Atelier „feinart“. Und wenn Amina Appelt „Innendienst“ verrichtet, ist sie gern bereit zu Gesprächen über die Kunst, das Leben, über Gott und die Welt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen