Jubiläum : Den Kopf stets voller Ideen

Bernd Dikau nimmt es mit Humor. Seit dem 1. August 1989 ist er Bürgermeister in Lohmen, dass er damit auch der 1. August im Dorf ist, das habe ihm sein Vorgänger mit auf den Weg gegeben.
Bernd Dikau nimmt es mit Humor. Seit dem 1. August 1989 ist er Bürgermeister in Lohmen, dass er damit auch der 1. August im Dorf ist, das habe ihm sein Vorgänger mit auf den Weg gegeben.

SVZ-Serie „Ehrensache“: Bernd Dikau ist seit 25 Jahren Bürgermeister in Lohmen – bis 1992 hauptamtlich, seither ehrenamtlich

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01. August 2014, 23:30 Uhr

Nach Möglichkeit nicht nur das machen, was alle machen – so kennt man Bernd Dikau. An Ideen mangelt es dem Lohmener Bürgermeister nicht. „Wenn man von zehn Ideen drei oder vier verwirklichen kann, ist das ein guter Schnitt“, sagt der 59-Jährige, der gestern sein 25-jähriges Bürgermeister-Jubiläum feierte. Am 1. August 1989 trat er planmäßig in die Fußstapfen seines Vorgängers Kurt Nagrapski. Auch nach einem Vierteljahrhundert hat er noch nicht genug davon. Sechsmal schon wählten ihn die Lohmener zu ihrem Bürgermeister.

Zu den Einzigartigkeiten in Lohmen gehört, dass die Gemeinde ein Pflegeheim betreibt. Man hat eine Partnergemeinde in Afrika, es ist der Ort Moabi in Gabun. Die Gemeinde ist seniorenfreundlich, kinderfreundlich – alles amtlich bestätigt – und hat auch ein Europadiplom. In der Wendezeit war für Dikau schnell klar, dass es für das Überleben der Gemeinde neue Strukturen geben muss. „Neue Arbeitsplätze“, präzisiert er. Neben dem Pflegeheim entstand die Reha-Klinik. Weitere Firmen siedelten sich an. „Wir bekommen als Gemeinde keine Schlüsselzuweisungen vom Land. Wir leben von unseren Gewerbesteuereinnahmen“, betont Dikau. „Aber das ist keine Einzelleistung des Bürgermeisters. Ein Team steht dahinter“, fügt er hinzu, nennt insbesondere seine Stellvertreter Gerhard Zillmann und Reinhard Schuldt und räumt ein, dass sein Engagement als ehrenamtlicher Bürgermeister nur möglich sei, weil er sich seine Zeit als Geschäftsführer einer Projektentwicklungsgesellschaft (seit 1998) einteilen kann.

Ehrenamtliche Tätigkeit ist für Dikau eine Selbstverständlichkeit. „Ich kenne es nicht anders“, sagt er und erinnert sich z. B. an sein ehrenamtliches Engagement bei der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) in DDR-Zeiten, wo er Fahrlehrer war und sich u.a. im Bereich Motorsport engagierte. Aufgewachsen ist er in Suckwitz, seit 1979 wohnt er mit Familie (verheiratet, zwei Kinder, ein Enkel) in Lohmen. Als Ingenieur für Maschinenbau arbeitete er in Landwirtschaftsbetrieben, bevor er ab 1989 bis zur Gründung der Ämter 1992 drei Jahre hauptamtlicher Bürgermeister war. In der Lohmener Gemeindevertretung war Dikau schon seit 1980 aktiv. Gern macht er es bis heute. Nur einen wirklichen Tiefpunkt habe es gegeben, als ihm Unredlichkeiten unterstellt wurden. Damals hatte er selbst entschieden, sein Amt bis zur Aufklärung der „Pflegeheim-Affäre“ ruhen zu lassen. Von allen Vorwürfen freigesprochen, stürzte er sich wieder in die Arbeit. Ein Gutes habe es gehabt, sagt Dikau heute. Er habe Freund und Feind zu unterscheiden gelernt. Und es sei noch genug zu tun. Da gibt es z.B. noch die Idee Erdwärme in Lohmen zu verstromen. Schon seit 1996 sei das Projekt in Arbeit. Aufgegeben werde es noch lange nicht, so Dikau.

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