Güstrow : Den Kaninchen treu geblieben

Erika Meyer ist stolz auf ihre Zuchterfolge. Mit den Blauen Wienern holte sie am Wochenende den Verbandspokal.
Erika Meyer ist stolz auf ihre Zuchterfolge. Mit den Blauen Wienern holte sie am Wochenende den Verbandspokal.

Als ihr Mann vor drei Jahren starb, übernahm Erika Meyer seine Zucht der Blauen Wiener – heute ist sie Landesverbandsmeisterin

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22. August 2016, 05:39 Uhr

Da kamen Erika Meyer am Sonnabend direkt ein paar Freudentränen. Die 76-jährige Kaninchenzüchterin hat sich mit ihren Blauen Wienern gegen die Konkurrenz durchgesetzt und den Landesverbandspokal gewonnen. Nicht selbstverständlich, denn die Güstrowerin ist erst vor drei Jahren unter die Züchter gegangen. „Vorher war mein Mann bei uns der Züchter. Er machte das schon seit 1980 – ich habe ihn zwar immer unterstützt, aber eigentlich war es sein Hobby“, erklärt die rüstige Seniorin. Nachdem ihr Mann 2013 verstarb, stellte sich die Frage, was nun aus der Zucht werden würde. „Ich habe mich entschieden das für meinen Mann weiter zu machen – heute wäre er sicher stolz auf mich“, erklärt Erika Meyer, während sie sich eine kleine Träne aus dem Augenwinkel wischt.

Mit vier Jungtieren – zwei Häsinnen und zwei Rammlern – stellte sie sich am Wochenende dem kritischen Urteil der Zuchtrichter bei der Kreisjungtierschau in der Vereinsanlage in der Goldberger Straße. Insgesamt waren 114 Jungtiere in 13 Rassen und Farbschlägen für die Schau gemeldet worden. Siegreich waren am Ende besonders die Damen.

„Das die Frauen ganz vorne dabei sind, ist in diesem Jahr wirklich ein Novum. Erika Meyer holte sich den Landesverbandspokal und Monique Kolic räumte am meisten ab. Sie wurde Vereinsmeister, Kreismeister und zeigte die beste Häsin in ihrer Zuchtgruppe“, erklärt Rolf Hennig, stellvertretender Vereinsvorsitzender und Kassenwart des Rassekaninchenzuchtvereins Güstrow M8.

In dem 1914 gegründeten Verein sind momentan 32 Mitglieder aktiv. „Leider fehlt uns der Nachwuchs“, sagt Kassenwart Rolf Hennig und fügt hinzu: „Die Zeit hat sich verändert. Die Jugendlichen gehen heute lieber Pokemon jagen, als sich mit Kaninchen zu beschäftigen.“ Wenn nicht schon die Eltern in der Kaninchenzucht aktiv seien, dann würden es die Kinder auch nicht werden, erklärt er. Dennoch sei er froh, dass der kleine Verein finanziell auf soliden Füßen stehe, sagt Rolf Hennig. „In dem Punkt sind wir mit einer der besten Vereine im Kreis“, ergänzt der Vereinsvorsitzende Gerd-Dieter Schreiber stolz. Die alljährliche Jungtierschau nutzen die beiden Züchter gerne, um sich mit den Gästen auszutauschen und den einen oder anderen Tipp einzuholen oder zu geben. Besonders für Neulinge, wie Erika Meyer, ist das wichtig, um noch besser zu werden.

„Natürlich ist es auch viel Arbeit, aber die Tiere geben mir so viel wieder. Sie halten mich fit“, erklärt Erika Meyer ihre Motivation. Mit einem Sieg habe sie zwar gar nicht gerechnet, dafür freue sie sich umso mehr über das tolle Ergebnis ihrer im April geborenen Jungtiere. „Mein Ziel ist es Vereinsmeister zu werden – im letzten Jahr haben mir dazu nur zwei Punkte gefehlt. Vielleicht klappt das ja im nächsten Jahr“, gibt Erika Meyer einen Ausblick.

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