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Mittsommerremise : Déjà-vu-Erlebnis im alten Gutshaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mittsommerremise in vielen Guts- und Herrenhäusern / Ehemaliger Herrschaftssitz von Ahrenshagen erstmals dabei

In Kindheits- und Jugendtage zurück versetzt fühlten sich Astrid Ortmann und Birgit Ramthun ein wenig, als sie am Sonnabend das Ahrenshagener Gutshaus besuchten. Die Mittsommerremise der nordischen Guts- und Herrenhäuser war Gelegenheit für die Schwestern aus Krakow am See, sich über den Baufortschritt bei Falko Weise-Schmidt zu erkundigen.

Der Autodidakt, als der sich der 47-Jährige bezeichnet, baut mit dem vor kurzer Zeit erworbenen einstigen Herrschaftssitz schon sein zweites Haus in Ahrenshagen neu auf. Erfahrungen in der Reparatur historischen Gemäuers hat der gelernte Töpfer in über zwei Jahrzehnten vor allem als Industriekletterer reichlich gesammelt. Spezielles Metier des Hobby-Bergsteigers sind dabei Kirchen und Schlösser, denen er mit seinem Partner und Helfern des Zwei-Mann-Unternehmens zu Reparaturarbeiten aufs Dach steigt. Der sanierte Wasserturm an der Kuchelmisser Mühle steht als eines seiner Markenzeichen in der Gemeinde.

Die Krakower Schwestern kamen in ihrer Schulzeit nach Ahrenshagen, wenn es in die Kartoffeln ging. „Dann wurde in der Küche des Gutshauses Mittag gegessen“, erzählt Astrid Ortmann (73). In den vergangenen Jahren wären sie öfter mit dem Fahrrad vorbeigefahren und hätten mit Sorge den zunehmenden Verfall registriert. „Ich hätte nicht gedacht, dass noch einmal jemand das Haus übernimmt“, freut sich Birgit Ramthun (71) jetzt, dass dies nun doch noch geklappt hat.

Noch enger ist die Beziehung zum Gutshaus für Ursula Bühring. Sie hat, obwohl erst seit den 1950er-Jahren in Ahrenshagen lebend, zwei wesentliche Kapitel in der Historie des Hauses mit geprägt. Als hier noch die Schule untergebracht war, putzte sie die Räume und heizte im Winter. Und nachdem dann an gleicher Stelle der Konsum einzog, kaufte die Ahrenshagenerin natürlich hier ein. „Das hatte uns ja gereicht damals“, bedauert die 78-Jährige ein wenig, dass es diese Einkaufsmöglichkeit längst nicht mehr gibt.

Immerhin: In absehbarer Zeit zieht aber wieder Leben in das derzeit ziemlich roh dastehende Fachwerk-Gemäuer ein. Ende des nächsten Jahres, so denkt Falko Weise-Schmidt, könnte er wohl umziehen. Unter Druck setzen wolle er sich da aber nicht, zu viele Unbekannte gäbe es, die das Haus vielleicht noch verberge. Gabriele Werner, Architektin aus Rostock, warf wie manch anderer seiner Gäste zur Mittsommerremise ein spezielles Auge auf das, was mit dem Haus passiert. „Man sieht schon: Was hier hier gemacht wird, das hat Hand und Fuß“, urteilt die Fachfrau auf den ersten und nach zweitem Blick.

 

 

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