SVZ-Serie zum Brinckman-Brunnen : Dei Enthüllungsfier an’n 8. Juli 1908

Der berühmte Brunnen
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Der berühmte Brunnen

Plattdeutsche SVZ-Serie: Woans Güstrow taun „Voss un Swinegel Brunnen“ keem, vertellt in fief lütt Geschichten / 4. Teil

svz.de von
27. Juli 2015, 06:00 Uhr

Mihr Ihr künn dat för John Brinckman nich gäben. Dei Anlach anne Eck Iesenbahn-/Grabenstrat harr sik mit denn inhüllten Brunnen, dat Chorpodest un mit Girlanden anne Tribün vör dei Frugenslüd in’n wohren Festplatz ümwannelt. Dei Schäulerchor harr Upstellung nahmen, Ellen Brinckman un anner Damen as Ihrengäst seeten up’e Tribün’ un all wat lopen künnen stünn Spalier. Dei Brunnenspenner Max Brinckman, sien Bräuder, Perfessor Wandschnieder, dei Steimetz Heinig, Dr. Römer, dei Senatoren un anner Mannslüd stünnen näben dat inhüllt Denkmal.

Denn is’t so wiet, Musiklihrer Tretow lött denn Schäulerchor denn von em komponierten Festgesang taun Text von Lihrer Pechel so singen, dat dat tau Harten güng. Bi dei Wür„...Hoch den edlen Mann zu preisen, der in traulich heimatlichen Weisen...“ wiern wull gliek all dei Gedanken bi Brinckman un sien plattdüütsch Wark un as dei Chor mit denn Fest- un Lawgesang fardig wier, höll Dr. Brüning denn Festvördrach.-Hei geiht in up Brinckman sien Lihr- un Wannerjohr von Rostock oewer Amerika bet nah Güstrow, wo hei mit scharpen Blick mäkelnbörger Läbenswies un Läbensoort infungen un in plattdütsche Prosa ümsett hett. Dr. Brüning stellt John Brinckman näben Klaus Groth un versöcht tau düden, worüm Brinckman dat tau sien Läwtiet nich so wiet as Reuter bröcht harr. Nu is dat an uns, so Dr. Brüning, Brinckman nich blot tau ihren, sonnern ok wat dorför tau daun, dat jeder, dei ’n Sinn för Humor un dat Volksläben hett, sien Wark as’n Quickborn ansüht, ut denn man bannig väl ruthalen kann. Brinckman wier ut deipste Seel sien Heimat treu un sall uns ümmer Vörbild sien.

Na disse längere Festräd’ nähm Prof. Wandschnieder dat Wurt un oewergeef dat Denkmal an denn Stifter un Geldgäwer Konsul Max Brinckman. Dei sülwig dankt denn Perfessor, denn Festrädner un denn Magistrat, un in denn Momang, as hei Güstrow noch eins hoch läben leet, föll dei Hüll. Dei Sül mit dat Relief von Brinckman sienen Kopp un Voss un Swinegel up’n Rand vonne Granitschal sünd dat niege Schmuckstück von Güstrow!
Nu höllt Burmeister Dahse sien Dankesräd an denn Konsul un verspräkt em, dat Güstrow dit Denkmal, dat von Künstlerhand taun Andenken an einen dütschen Dichter makt is un dat nu all an dissen Dach bewunnern, för ümmer as ’n Schmuckstück von Güstrow erhollen ward.

All tausamen singen nu dat „Dütschlandlied“ nah denn Text von Hoffmann von Fallersleben un dei Musik von Joseph Haydn un dorbi leggen dei Direx von’t Realgymnasium un dei Oberprimaner Kock Lurbeerkränz mit Schläufen vör denn Brunnen af. Dormit is dei Festakt för dat niege Güstrower Brinckman-Denkmal tau Enn’.

Dei Gäst mit ’n Indadungskort von’n Geheimen Hoffrat Burmeister Dahse begäben sik in’t Rathus. För dei ölleren Herrschaften würn sogor por Droschken anhüert. As sik all infunnen un den tauwiesten Platz funnen harrn, künn dat Fräuhstück tau Meddachstiet losgahn.

Links von Fru Burmeister Dahse seet dei Konsul Max Brinckman un rechts dei Rostoscker Burmeister T. Maßmann, ehr gägenoewer seet dei Burmeister mit Fru Prof. Wandschnieder anne ein Sied un anne anner Rentjäh Carl Sibeth, dei Soehn von Friedrich Georg Sibeth un Enkel von denn letzten vonne drei Sibeth-Burmeisters in Güstrow.

Näben Ellen, ehr Schwesting Anna un denn Konsul Max seeten noch Franz, Adolph un Ernst Brinckman un denn Konsul sien Soehn anne Festtafel. Äbenso harrn sik Prof. Wandschnieder un Dr. Römer ut Berlin - hei befat sik mit den Naalat von Brinckman -, Hoffbaukhändler Opitz un Fru, dei Superintendent, Afkaten, Lihrer un Schauldirektoren, Murermeisters un Koplüd infunnen. As gröttst Oewerraschung wier üm Klock halwig Twölwen in Güstrower Telegraphenamt ut Grünau’n Telegramm von’n Schweriner Grotherzog mit disse Wür ankamen: „Den zur Enthüllung des John Brinckman Brunnens vereinten Festteilnehmern spreche ich für treues Gedenken meinen aufrichtigsten Dank aus. Friedrich Franz.“

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