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Schloss Charlottenthal : DDR-Kunst unterm Hammer

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Gute Stimmung im Schloss Charlottenthal am Sonnabend: Mehr als 30 Besucher ließen sich ein Drei-Gänge-Menü schmecken, genossen musikalische Unterhaltung und eine Versteigerung vorwiegend grafischer Arbeiten.

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erstellt am 28.Okt.2012 | 10:14 Uhr

Charlottenthal | Mit einem Drei-Gänge-Menü, musikalischer Unterhaltung und einer Versteigerung vorwiegend grafischer Arbeiten waren am Sonnabend Abend alle Zutaten für unterhaltsame Stunden im Schloss Charlottenthal versammelt. Über 30 Besucher nutzten das Angebot und die Chance, vorwiegend in den 1970er- und 80er-Jahren entstandene Grafiken, Zeichnungen oder Drucke zu betrachten und zu erwerben.

Die Idee hatten Rolf Schulz und Dirk Grosche, zwei umtriebige Charlottenthaler, die schon so manche Veranstaltung für den Krakower Ortsteil auf die Beine gestellt haben. Unvergessen sind die inzwischen sieben Charlottenthaler Musikfestivals, die in die Dorffeste eingebettet wurden. Aktiv mischte dabei Rolf Schulz mit seinem Saxophon mit. Auch am Sonnabend begleitete er den Abend als Einmann-Band "Jahrgang 43" musikalisch. Die Musik ist für den 69-Jährigen, der von 1978 bis 2008 in Krakow am See als Zahnarzt praktizierte, nun mehr in den Mittelpunkt gerückt. Den Auktionsabend aber ermöglichte ein anderes Hobby. "Ich habe über viele Jahre gesammelt, meist Grafiken. Durch Ankäufe und Geschenke, die ich erhielt, ist so ein ansehnlicher Bestand zusammengekommen", verriet Rolf Schulz. Und es sei nun an der Zeit, den Bestand zu lichten und sich von einigen Arbeiten zu trennen. Dabei wollte Schulz auch testen, wie groß das Interesse an Grafik unter seinen Mitmenschen ist. "Einen Versuchsballon starten", nannte er das Vorhaben.

Aus seinem Bestand suchte der Sammler 42 Werke aus. Mit Klammern an einer Wäscheleine hingen da zur Ansicht eine filigrane Bleistiftzeichnung von Roland Müller neben einer Arbeit des Ahrenshooper Künstlers Theodor Schultze-Jasmer, einer originalen Federzeichnung von Max Schwimmer oder einer Lithografie von Hans Schulze, dem Gründer des Instituts für Kunstpädagogik an der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig. Ist Letzterer eher weniger bekannt, so konnte Rolf Schulz auch mit Werken von Wolfgang Mattheuer, Werner Schinko, Harald Bofinger oder Harald Metzkes aufwarten.

Als Auktionator schwang Dirk Grosche den Hammer. Der ehemalige Bürgermeister von Charlottenthal und Vorsteher des Amtes Krakow am See gab zu jedem Künstler und dessen Arbeit eine kurze Erläuterung. Als erstes rief er Armin Münchs Holzschnitt "Liebende am Strand" auf, für den der Hammer schon beim Anfangsgebot fiel. Die nächsten beiden Arbeiten - ein Linolschnitt von Hans-Felix Wehle und eine Grafik von Hans-Jochen Walch - blieben gar ohne Gebot, aber dann kam die Auktion allmählich in Fahrt. Der Mattheuer ging weg, der Schwimmer auch, und ein richtiges Bieterduell gab’s um den Druck "Leipziger Bilderbogen" von Karl-Georg Hirsch. Den Abschluss bildete eine amerikanische Versteigerung, bei der Werner Schinkos "Fischer un sien Fru" nach einem halbstündigen, stimmungsvollen Bieterkampf einen neuen Besitzer fand.

Am Ende hatte der Auktionator fast die Hälfte der angebotenen Arbeiten unter den Hammer gebracht. "Ein sehr gutes Ergebnis. Die Kombination von Musik und Kunst ist aufgegangen, alle hatten ihren Spaß", resümierte ein sichtlich zufriedener Rolf Schulz. Und auf eine Wiederholung im nächsten Jahr angesprochen, sagte er: "Fortsetzung nicht ausgeschlossen."

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