20 Fragen an : Das Wichtigste ist die Familie

Jacqueline Garske mit ihrer zehnjährigen Tochter Lilly am Güstrower Wall.
Jacqueline Garske mit ihrer zehnjährigen Tochter Lilly am Güstrower Wall.

Jacqueline Garske aus Güstrow leitet die Beartungsstelle Pro Familia – auch privat steht das Wohl ihrer Liebsten an erster Stelle

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12. März 2016, 12:01 Uhr

In Neubrandenburg geboren, lebt Jacqueline Garske seit fast 13 Jahren in der Barlachstadt. Inzwischen leitet sie hier die Beratungsstelle von Pro Familia. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Bereich Kinder- und Jugendhilfe war ihr Weg in den sozialen Bereich vorbestimmt. Die heute 37-Jährige studierte Soziale Arbeit an der Fachhochschule Neubrandenburg, gestaltete später Projekttage an Schulen zum Genderaspekt, Gewalt, Mobbing in Waren. Nachdem 2005 Tochter Lilly zur Welt kam, wünschte sie sich mehr Zeit für die Familie und wechselte daher nach Güstrow, wo sie heute lebt. Nun beantwortet Jacqueline Garske die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zu Hause. Wir wohnen in einem Haus, wo noch echte Nachbarschaft besteht und jeder für jeden da ist.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Das ist kein Job für mich. Aber ich kann mir ja was wünschen: Ich hätte gern für Güstrow wieder eine Eishalle, keine Parkgebühren, das Fest im Schloss und eine höhere Fördersumme für unsere Beratungsstelle.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Auf Arbeit, in der Schwangerschaftsberatungsstelle von Pro Familia, oder unterwegs mit meiner Tochter.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich habe als Betreuerin im Fereinlager gearbeitet. Die erste Fahrt ging in ein Skilager nach Tschechien. In Erinnerung habe ich wenig Schlaf, und das Hochhelfen und Trösten der Kindern in der Skischule.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich weiß es wirklich nicht mehr, aber wahrscheinlich für Benzin, um das Auto zu betanken, oder um Party zu machen.
Was würden Sie gerne können?
Öfter mal nicht gleich sagen, was ich denke, sondern vorher tief durchatmen und wenn ich meine Meinung sage vielleicht ruhiger bleiben. Mein Verhalten ist oft taktisch unklug, aber emotional notwendig. Aber man entwickelt sich ja jeden Tag weiter.
Was stört Sie an anderen?
Unehrlichkeit, Hinterlistigkeit und Gleichgültigkeit. Ich bin immer wieder erschrocken, was Menschen sich so einfallen lassen, um für Sachen nicht einstehen zu müssen oder wieviel sie hinnehmen, aus Bedenken davor, es könnte Folgen haben.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Ich habe mit meiner Tochter und einer Freundin Monopoly gespielt und das Spiel startet mit den Worten meiner Tochter: „Ich gewinne sowieso.“ Sie hat nur eine komplette Straße besessen und trotz unserer taktischen Erwachsenenplanung hat sie uns abgezockt. Wir haben dann nur noch gelacht.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ach, unvernünftig ist so ein Wort. Ich denke, es vergeht kein Tag an dem ich nicht etwas Unvernünftiges tue. Ungesund essen, zu viel Naschen, schnell noch bei „orange“ mit dem Auto über die Ampel fahren, keinen Fahrradhelm tragen, zu viel arbeiten, mir zu viele Gedanken um alles machen. Aber das Leben soll ja gelebt werden.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Meine Helden heißen Vater, Mutter und Kind. Mein Vater, der sich nie verstellt, verbogen und immer hart gearbeitet hat und mit gehobenem Kopf jede Hürde angegangen ist. Meine Mutter, die immer ehrlich sagt, was sie denkt, sich durch alles durchboxt und unendliches Durchhaltevermögen besitzt. Und mein Kind, das auch in schwierigen Situationen nicht die Hoffnung verliert und wenn man sie dann fragt, ob sie glücklich sei, sagt sie lächelnd „Ja“.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Meist lese ich parallel zwei Bücher, so kann ich wechseln. Häufig hat eins davon einen rosa Einband – das sind Bücher die immer gut ausgehen, da merke ich mir selten Titel und Autor. Aber in das Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay gucke ich immer wieder mal rein.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Nie ist zu streng formuliert. Nichts im Fernsehen ist so wichtig, dass es nicht auch einmal ausfallen kann. Am liebsten schaue ich Navy CIS. Und meist versuche ich eine Nachrichtensendung am Tag zu schaffen.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Bei keinem von beiden. Ich gehe lieber auf Konzerte.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Ich mache mir nicht so viel aus Berühmtheiten. Wenn ich die Chance gehabt hätte, hätte ich gern mit meinen Urgroßeltern gesprochen. Einfach um zu wissen, wie sie waren und zu hören, wie sie die Dinge in ihrer Zeit gesehen und was sie sich für unsere Familie gewünscht haben.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Zum Kochen bleibt nur am Wochenende Zeit. Und da bereiten wir zu, wonach uns gerade der Sinn steht. Wir lieben die Suppen von Oma und einfache Sachen, wie Pellkartoffel mit Quark, Kartoffelpuffer oder eine Gemüsepfanne, zubereitet von meiner Tochter Lilly.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Das ist der Moment“ von den Toten Hosen. Den Song konnte Lilly ganz schnell auswendig und so haben wir ihn im Auto immer laut mitgesungen.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
An Geschenke kann ich mich meist erinnern, weil ich gerne an diese Gesten zurückdenke. Eins ist mir gleich eingefallen. Eine Rose von meiner Tochter. Sie war in der zweiten Klasse und kam auf dem Nachhauseweg immer bei mir auf Arbeit vorbei. Einmal war sie über der Zeit, weil sie spontan im Blumenladen war, um sie mir zu kaufen. Die Rose gibt es noch.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Einen wirklich großen Traum habe ich nicht. Ich wünsche mir nur, dass meine Familie und ich gesund bleiben – das ist das Wichtigste.
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?
Auf diese Zeit freue ich mich schon jetzt. Ich möchte in den Tag hineinleben, ohne den Alltag organisieren und planen zu müssen, mich jeden Tag auf eine Parkbank setzen oder in ein Café und Leute beobachten.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Susanne Melde aus der SVZ-Geschäftsstelle. Sie ist freundlich und engagiert, auch wenn man sie in ihrer Mittagspause in der Stadt anspricht.

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