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Güstrow: Anwohner klagen über Schlaglöcher : "Das nennen wir Verwahrlosung"

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Parade der Schlaglöcher: Die Anwohner nennen es Verwahrlosung und meinen ihren Langendammschen Weg in Güstrow. Hier reiht sich sorgsam Schlagloch an Schlagloch. Nun wurde eine notdürftige Reparatur angekündigt.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2012 | 02:31 Uhr

Güstrow | Ob der Langendammsche Weg wirklich noch passierbar ist oder nicht, da gehen die Meinungen auseinander. Anwohner sehen die Trasse als "nahezu unpassierbar". Stadtverwaltung und Bauausschuss schätzen den Zustand zwar als schlecht, aber nicht unzumutbar ein. Jetzt reicht es den Anwohnern, die seit Jahren einen regen Schriftverkehr mit der Stadt führen. Sie wandten sich an die Fraktionen der Stadtvertretung. Sylvia Maria Schmitt trug am Donnerstagabend auf deren Sitzung ihr Problem vor.

"Seit 16 Jahren bitten wir um eine Instandsetzung des Weges", betonte die Anwohnerin und verwies auf einen etwa 400 Meter langen Kiesweg, auf dem sich Schlagloch an Schlagloch reihe. Ein jährliches Zuschieben der Löcher würde nichts bringen. Daneben gebe es eine alte Schwarzdecke, an der seit zehn Jahren nichts mehr gemacht worden sei. "Das nennen wir Verwahrlosung", fasst Sylvia Maria Schmitt zusammen. Sie hält die Meinung der Stadt für eine Fehleinschätzung der Situation. Sie sehe angesichts der Schäden eine hohe Dringlichkeit zu handeln. "Man kann unser Anliegen nicht kleinreden, nur weil an diesem Weg nicht so viele Menschen leben", betonte Sylvia Maria Schmitt. Sie spreche für sechs Familien aus den Häusern Nr. 15 und 13 und die Kleingärtner des Vereins "Am Ochsenauge".

Wohl eine Stunde wogte die Debatte der Stadtvertreter hin und her. Günter Wolf (CDU) wollte sich den Weg anschauen und den Bauausschuss nochmals in die Spur schicken. Gerd-Peter Bartsch (CDU) und Stadtpräsident Friedhelm Böhm (SPD) waren schon einen Schritt weiter. Sie hatten im Langendammschen Weg nach wenigen Metern nach der nächsten Wendemöglichkeit gesucht. Ersterer sprach von einer Notsituation, in der sofort gehandelt werden müsse. Thomas Duve (Fraktion Freie Wähler, Güstrower Wählerbund, Einzelbewerber) wunderte sich, dass nun die Stadtvertretung gefragt sei und Karen Larisch (Die Linke) wunderte sich, dass sich überhaupt jemand wundert. Seit Jahrzehnten sei der Langendammsche Weg in einem schlechten Zustand. Sascha Zimmermann (FDP) und Burkhard Bauer (Die Linke) wollten wissen, was ein Ausbau des Weges - in welcher Form auch immer - kosten würde. Man brauche Zahlen. Bürgermeister Arne Schuldt zögerte. Er hält den landwirtschaftlichen Weg für befahrbar. Wer weit draußen wohne, müsse wissen, worauf er sich einlässt. Es sei eine Frage des Geldes. Straßen in der Stadt seien schlicht wichtiger, so Schuldt. Auch Hartmut Reimann als stellvertretender Vorsitzender des Bauausschusses betonte, dass man für die ganze Stadt zuständig sei. "Auch wenn sie es nicht hören mögen, aber die Kösterstraße und die Bülower Straße haben Vorrang", sagte Reimann und wollte sich auf kein Versprechen einlassen. Schönheitsreparaturen würden nichts bringen. Eine vernünftige Lösung würde richtig Geld kosten und die Anwohner seien laut Straßenausbaubeitragssatzung mit 75 Prozent dabei. Ein Dringlichkeitsantrag lag in der Luft, als die FDP nach einer Auszeit verlangte.

Zunächst wird notdürftig geflickt. Der Auftrag dazu war am Montag an den Stadtbauhof gegangen, hörten die Stadtvertreter von Bürgermeister Schuldt. Das könne aber erst geschehen, wenn das Wetter wieder offen ist. Darüber hinaus sollen im Frühjahr mehrere Wege, darunter auch der Langendammsche, geschoben werden. Damit sollte erst einmal die größte Not gelindert sein. Auf der nächsten Stadtvertretersitzung möchte die FDP eine grobe Kostenschätzung für einen Ausbau des Weges beantragen. Die Anwohner begrüßen zunächst die Reparaturmaßnahmen und sind auf Weiteres gespannt, formulierte Sylvia Maria Schmitt.

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