Mecklenburger Heimatverein : Das Museum erbt die Gemeinde

Auf einer Wand des Museums ist der Verein verewigt, der sich nun zum Jahresende auflösen wird.
Auf einer Wand des Museums ist der Verein verewigt, der sich nun zum Jahresende auflösen wird.

Upahler Heimatverein löst sich zum Jahresende auf / Vereinsvermögen geht an die Gemeinde Klein Upahl

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06. August 2015, 04:25 Uhr

Der Mecklenburger Heimatverein „Am Upahler See“ löst sich auf. Mit derzeit noch 66 Männern und Frauen fehlt es ihm nicht an Mitgliedern. Diesen aber seien Schwung und Elan verloren gegangen, um als Verein wirklich noch etwas auf die Beine stellen zu können. Da sei es nur konsequent die Reißleine zu ziehen, sagt Vereinsvorsitzender Jens Schaper (58). Das Vermögen des Vereins, so ist es in der Satzung geregelt, fällt an die Gemeinde. An erster Stelle ist dabei das Landtechnik-Museum zu nennen. Das soll weitergeführt werden.

Erst vor vier Jahren war Jens Schaper nach Klein Upahl gekommen, hatte vor zwei Jahren den Vereinsvorsitz von Heinrich Sevecke übernommen. Der Vorstand habe noch einiges versucht, um das Ruder des bereits in seichtem Fahrwasser treibenden Vereinsschiffes noch einmal herumzureißen. Schaper nennt z.B. Kräutertage, die auch bei etwas Jüngeren Interesse gefunden hätten. „Aber wir haben im Verein insgesamt nicht mehr die Resonanz gefunden“, erklärt Schaper. Viele Mitglieder hätten inzwischen ein Altern erreicht, dass sie die Vereinsarbeit gar nicht mehr unterstützten könnten. Schaper will niemandem einen Vorwurf machen. Erntefeste oder das Kartoffelfest, für deren Organisation ein riesiger Aufwand betrieben werden müsste, gebe es deshalb schon seit Jahren nicht mehr. Wenn zu Veranstaltungen des Vereins nicht einmal mehr die Mitglieder kommen, laufe etwas falsch, denkt Schaper.


Historische Großgeräte an den Mann bringen


Bis zum Ende des Jahres wolle man alles geregelt haben. Über die finanziellen Rücklagen habe man sich auf der Vorstandssitzung am Dienstagabend noch nicht einige können. Was das Museum anbelangt, sei aber fast alles geklärt. „Die landwirtschaftlichen Großgeräte, die wir in Groß Upahl untergestellt haben, wollen wir verkaufen“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Erste Gespräche mit Interessenten habe es schon gegeben. Exponate, die sich als Leihgaben im bzw. am Dorfmuseum in Lohmen befinden, möchte man dem dortigen Kulturverein übergeben. Das Museumsgut in Klein Upahl geht an die Gemeinde. „Das Museum ist gut ausgestattet und wir wollen, dass es weitergeht“, sagt Bürgermeister Uwe Tessenow, selbst Mitglied im Vereinsvorstand. So viel Energie und so viel Herzblut sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den Aufbau des Museums gesteckt worden, dass man es unbedingt erhalten wolle. Tessenow sieht es nicht als Last für die Gemeinde und Schaper möchte in dem Wechsel zur Gemeinde sogar eine Chance für das Landtechnik-Museum erkennen. „Vielleicht gibt es neue Ideen, mit denen wieder Schwung in die Sache käme“, meint Schaper. Die Sammlung sei sehr gut sortiert.


Museumsrundgang mit Erwin Pägelow


In den vergangenen eineinhalb bis zwei Jahren habe man noch eine DVD mit einer Museumsführung erstellt. „Dabei hatten wir nicht an ein Ende gedacht, sondern daran, dass die vorhandene Fachkenntnis genutzt werden muss, bevor sie verlorengeht“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Es ist ein kleiner Rundgang mit Erläuterungen von Erwin Pägelow. Mit der DVD gibt er u.a. sein Wissen über Flachsbrache, Milchseparator und Dreschflegel weiter. Beim Dorffest am 19. September in Klein Upahl will der Verein diese DVD eventuell anbieten, kündigt Schaper an. Im September trifft sich auch der Vereinsvorstand wieder, um weitere formalen Notwendigkeiten einer Vereinsauflösung zu regeln. 

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