Einschulung : Das kommt (nicht) in die Tüte

Fred Beynio und Mitarbeiterin Iris Holst wissen, was in die Schultüte gehört: vor allem Schulsachen.
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Fred Beynio und Mitarbeiterin Iris Holst wissen, was in die Schultüte gehört: vor allem Schulsachen.

Der Schulanfang rückt immer näher, da darf die Schultüte nicht fehlen / Doch was kommt da eigentlich rein?

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25. August 2015, 06:00 Uhr

Für viele Schüler neigt sich die unbeschwerte Zeit im Kindergarten dem Ende entgegen. Mit dem Schulstart und der Einschulung am kommenden Sonnabend beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Eine prall gefüllte Schultüte darf da natürlich nicht fehlen. Aber was kommt da eigentlich rein? Mit dieser Frage müssen sich gerade viele Eltern, Großeltern und Verwandte auseinandersetzen. Immerhin werden am Sonnabend allein in der Stadt Güstrow 220 Erstklässler eingeschult. Das Süßes in der Schultüte nicht fehlen darf, ist klar, immerhin heißt das Ganze ja auch „Zuckertüte“. Aber was noch?

Lehrerin Christine Schröder von der Güstrower Fritz-Reuter-Grundschule hat in ihrem Arbeitsleben schon zahlreiche 1. Klassen betreut. Für sie steht fest: „In die Schultüte gehören Bunt- und Filzstifte, kleine Lernspiele oder andere kleine Spielzeuge, eine Trinkflasche und natürlich Süßes.“ Und sie hat in den vergangenen Jahren beobachtet: „Viele Erstklässler haben auch einen ,Sorgenfresser’ drin, ein kleines Stofftier, dass die Sorgen des Schulalltags ,auffressen’ soll.“ Oftmals seien die Schultüten individuell gestaltet und hübsch dekoriert. „Es sind immer schöne Dinge drin, überladen sind die Schultüten nicht“, sagt Christine Schröder.

So hält es auch die Güstrowerin Darine Audeh, die Mutter von vier Kindern ist. „In der Tüte von meinem Sohn wird am Sonnabend wohl von allem etwas dabei sein: Kuscheltier, Stifte und mit Sicherheit Süßes. Ansonsten soll die Schultüte ja eine Überraschung sein“, sagt sie.

„In die Schultüte kommen aber hauptsächlich Schulsachen“, bemerkt Cornelia Stoll, Filialleiterin des Schreibwarengeschäftes McPaper in Güstrow. Schon im Mai seien bei ihr die ersten Einkäufe für den Schulstart erledigt worden, so die gelernte Verkäuferin. Das gilt scheinbar auch für die Schultüten selbst, die größtenteils ebenfalls schon im Mai besorgt worden seien, wie Fred Beynio feststellt. Dabei fällt dem Inhaber eines Güstrower Schreibwarengeschäfts auf: „Gekauft werden immer noch mehr ,Ossi-Tüten’, also die eckigen“.

Obwohl der Schultütenkauf größtenteils erledigt ist, ist es nicht gerade ruhig bei Papier- und Schreibwaren Beynio. Im Gegenteil: Es herrscht Hochbetrieb, die Mitarbeiter sind damit beschäftigt Listen mit Arbeitsmitteln abzuarbeiten, die von den Schulen vorausgesetzt werden. Alle benötigen Materialien: vom Bleistift bis zum Tuschkasten. „Das wird für uns immer schwieriger, weil die Zettel mit den Arbeitsmaterialien von den Schulen nicht immer aktualisiert werden, deshalb stimmen z. B. die Bezeichnungen nicht“, kritisiert Fred Beynio. Neben den Schulsachen kämen auch noch Lernspiele, Wecker oder Uhren mit in die Schultüte, damit die Neulinge auch nicht zu spät zum Unterricht kommen.

Auch im Papier-Eck Reuschell in Güstrow wissen die Verkäuferinnen was gefragt ist. In die Spitze komme erfahrungsgemäß das Turnzeug oder die Werkschürze, nicht wie früher manchmal Zeitungspapier zum Ausstopfen. Auch ein Füller wäre mal dabei, aber das meiste seien Spielsachen, Spielsachen ohne Ende.

Insgesamt hat sich scheinbar nicht viel an der Füllung geändert: „Der Trend ist gleich“, registriert Fred Beynio.  

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