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Güstrower Anzeiger

13. Dezember 2017 | 17:55 Uhr

Jujbiläum : Das ganze Dorf auf den Beinen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sarmstorf feierte 675-jähriges Bestehen der Gemeinde / Großer Umzug durchs Dorf zeigt Vielfalt der Geschichte

Einen bunten Bilderstrauß von der Historie bis hin zur Gegenwart hatte Moderator Maik Ahrens am Sonnabend in Sarmstorf zu erklären. Gut eine halbe Stunde lang zog der Zug von einem Ende des Dorfes quer über die Bundesstraße zum anderen Ende Richtung Festplatz am Löschteich. Wie schon seit Tagen und Wochen gaben Puppen vor den Häusern dem Zug einen Rahmen, zu dem sich gesellte und fröhlich grüßte, wer nicht am Umzug beteiligt war. Ganz Sarmstorf muss auf seinen rund 1060 Beinen gewesen sein und in irgendeiner Form sich am vom Kulturausschuss mit Anita Rehr an der Spitze vorbereiteten Jubiläum beteiligt haben, mutmaßte denn auch Marita Breitenfeld glücklich.

Gemeinsam mit ihrem Vorgänger Willi Marquardt führte sie hinter den Sabeler Bläsern dem langen Zug durchs Dorf an. Lediglich Gustav Oltmann musste aus gesundheitlichen Gründen seinen Platz auf der Bürgermeisterkutsche frei lassen.

Was folgte, ließ kaum einen Aspekt aus der 675-jährigen Sarmstorfer Geschichte außer acht. Da zogen die ersten Bewohner des Fleckens, Slawen und Ritter, dargestellt von Sigrid Plath und Kindern sowie von Enrico Finks Reiterfreunden, vorbei. Da stellten die Modis – wer sonst – Mecklenburger Trachten vor, war traditionelles Ackerbaugerät ebenso präsent wie modernste Traktoren des Landwirtschaftlichen Unternehmens.

Umzug und Sprecher erinnerten an verschiedene Ereignisse und mit diesen verbundene Persönlichkeiten der Gemeinde, die in besonderer Weise unvergessliche Spuren hinterließen. So an die Landschule, deren Geschichte sich bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen lässt. Klaus Plath und Werner Preuß zeigten die „Instrumente“, mit denen Lehrer eins Schüler prügeln durften. An Flucht und Vertreibung erinnerte ein Pferdewagen udn ein Korbkoffer der Familie Hühnel, die die Zeit im Original überdauert haben sollen. Bei der Bodenreform schrieb Bredentin mit der ersten Landaufteilung 1945 wahrlich Geschichte. Für die Gemeinde ebenso bedeutsam: die Einrichtung eines „Erntekindergartens“ 1956, dem ein Jahr später der erste Ganztagskindergarten folgte. Anneliese Oltmann wäre im Fernsehen besser als „Schwester Agnes“ bekannt geworden – das Sarmstorfer Pendant der Gemeindeschwester erhielt nach der Wende für das Engagement sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande. An der Seite von Tochter Jutta Krüger, die zünftig die blaue „Schwalbe“ schob, marschierte der ABV, der „Abschnittsbevollmächtigte“. Klaus-Dieter Rehr trug am Sonnabend die Uniform des früheren Verkehrspolizisten Robert Lüssow.

Nach dem großen Umzug feierten die Sarmstorfer und Bredentiner mit ihren Gästen. Premiere hatten da die „Dorfspatzen“, mit denen 20 Leute um die aktuelle und den früheren Bürgermeister zu einer neuen Strophe in der Sarmstorfer Geschichte anstimmen wollen.

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