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Güstrower Anzeiger

18. November 2017 | 07:46 Uhr

Güstrow : Das Ende der Drogerie am Markt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Waltraut Bartel muss bis Ende September Geschäft wegen Sanierung räumen

Nach über 100 Jahren wird die Marktdrogerie in Güstrow ihre Türen schließen. „Ende September ist für mich Schluss“, sagt Inhaberin Waltraut Bartel. Eigentlich wollte die 63-Jährige noch zwei Jahre ihr Geschäft weiterführen. Doch das Haus wird saniert. Der Laden kann dabei nicht ausgenommen werden. Somit wird die Geschichte der kleinen aber fein sortierten Marktdrogerie nun ihr Ende finden. Denn für die Inhaberin steht fest, dass sie nach der Sanierung keinen Neustart in den dann geplanten 100 Quadratmeter großen Räumen mehr wagen möchte. „Das kommt für mich leider zehn Jahre zu spät.“

Am kommenden Montag beginnt Waltraut Bartel mit einem Ausverkauf ihrer Waren. Von Parfüm über Pflegemittel bis hin zu Kerzen und Handtüchern reicht ihr Sortiment. „Bis Ende September muss ich raus sein, bis dahin möchte ich alles verkauft haben“, sagt Waltraut Bartel. Etwas wehmütig ist sie schon, wenn Waltraut Bartel an die vergangenen Jahre denkt. „26 Jahre führe ich die Drogerie nun, habe sie von Jürgen Schade übernommen“, erzählt die Drogistin. In dieser Zeit habe sie zahlreiche Wechsel und Neuerungen erlebt. Zuerst die Wende, dann kam die D-Mark und mit ihr ein regelrechter Aufschwung, so dass sie einige Zeit mit fünf Mitarbeitern hinter dem Tresen stand. Die letzten sieben Jahre jedoch war Waltraut Bartel wieder allein in ihrem vertrauten kleinen Geschäft, das an den so genannten „Tante Emma-Laden“ erinnert. „Das persönliche Gespräch und eine gute Beratung war mir genau so wichtig wie meinen Kunden“, sagt Waltraut Bartel. Von daher weiß sie auch genau, was ihre Kunden wünschen. Im Laufe der Jahre habe sie ihr Sortiment immer wieder den Bedürfnissen angepasst. Ihre Philosophie vernachlässigte sie dabei nicht. „Ich wollte nur das anbieten, was gut produziert wird, also nicht mit Kinderarbeit oder so“, sagt die 63-Jährige. Somit stand sie immer persönlich hinter ihren Produkten. Auch wenn diese Zeit jetzt nicht einfach für sie ist, die Geschäftsfrau schaut dankbar zurück: „Ich habe die Arbeit sehr gern getan und möchte meinen Kunden ein herzliches Dankeschön für ihre Treue sagen.“

Ob Badelatschen, Sonnenbrillen, Badekappen oder Regenschirme – in der Marktdrogerie soll nun ab kommender Woche alles an den Mann und die Frau gebracht werden. Das können auch ein Herrenhuter Stern, Schnitzereien aus dem Vogtland oder ein passendes Faschingskostüm sein.

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