Ernst-Barlach-Stiftung : Dankbar für gute Zeit in Güstrow

Volker Probst mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Helga Thieme (r.) und ihrer Nachfolgerin Franziska Hell im Ausstellungsforum der Barlachstiftung.
Volker Probst mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Helga Thieme (r.) und ihrer Nachfolgerin Franziska Hell im Ausstellungsforum der Barlachstiftung.

Helga Thieme verlässt zum Monatsende die Barlachstiftung / Nachfolgerin wird Franziska Hell

svz.de von
18. Juli 2015, 04:57 Uhr

Vor wenigen Tagen zeigte Helga Thieme Güstrower Stadtführern die Ausstellung „Lichte Finsternis. Alfred Kubin und Ernst Barlach“. Die Schau, die das Wirken von zwei Künstlern darstellt, die sich nie persönlich begegnet sind, ist die letzte Arbeit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Nach 20 Jahren und acht Monaten verlässt Helga Thieme zum Monatsende die Ernst-Barlach-Stiftung und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach ihrem Wirken in der Stiftung befragt, führt die Germanistin und ehemalige Dramaturgin am Volkstheater Rostock den Titel des Barlach-Dramas „Die gute Zeit“ an. „Ich hatte eine gute Zeit in Güstrow und ich bin sehr dankbar, dass ich mich so intensiv mit dem Bildhauer, Graphiker und Dichter Ernst Barlach beschäftigen durfte. Durch ihn habe ich auch viele andere bedeutende Künstler kennen gelernt, wie beispielsweise Alfred Kubin für die aktuelle Ausstellung“, bilanziert Thieme.

Mit der Publikation „Barlach auf der Bühne“ hat sie als Herausgeberin gemeinsam mit Andrea Fromm ein Standardwerk geschaffen, das den Dramatiker Ernst Barlach und die Rezeption seiner Bühnenstücke darstellt. „Aufgeführt wurden Barlachs Werke an fast 100 Theatern im deutschsprachigen Raum, dazu aber auch im japanischen Kyoto und im amerikanischen Santa Barbara“, weiß die wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in ihrer Arbeit die Fähigkeit besitzt, sich ganz besonders für das Thema zu begeistern, das sie gerade aktuell auf dem Schreibtisch hat. Und so erinnert sie sich an von ihr kuratierte Ausstellungen wie „Ernst Barlach und die Musik“, „Ernst Barlach und die Frauen“ oder die kleine, aber gediegene Schau „Mythos und Zukunftstraum“, in der Helga Thieme Schlüsselwerke aufspürte, die sich durch das gesamte Schaffen des Wahl-Güstrower Künstlers ziehen.

Herzliche Worte findet auch Museumsleiter Volker Probst für seine Mitarbeiterin. Die beiden haben etwa zur gleichen Zeit ihre Arbeit in der Stiftung aufgenommen. „Helga Thieme hat Barlachs Handschriften betreut und wichtige Arbeiten publiziert. Wir schätzen sie sehr als wissenschaftliche Mitarbeiterin“, sagt er und richtet den Blick in die Zukunft. Denn die Arbeitsstelle von Helga Thieme bleibt nicht verwaist. Bereits am 3. August wird Franziska Hill die Nachfolge antreten.

Die 27-Jährige studierte in Passau Kulturwirtschaft. „Das ist ein interdisziplinäres Studium, das Kunstgeschichte, Geschichte und BWL vereint“, erzählt sie. Nachdem sie in Mannheim ihren Master erworben hatte, begann sie als Projektmitarbeiterin im Bremer Overbeck-Museum. In Güstrow wird sie in zwei Bereichen tätig sein: in der Forschung und in der museumspädagogischen Arbeit. „Ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen in meinem Leben“, erklärt sie.


Helga Thieme auch künftig begegnen


Helga Thieme wird man weiterhin begegnen können – persönlich und als Autorin. So wird sie den Einführungsvortrag halten, wenn die Kubin/Barlach-Ausstellung in Hamburg gezeigt wird. Zu den Mitgliedern der Güstrower Ortsgruppe der Goethegesellschaft spricht sie im Dezember. Demnächst beginnt sie mit der Arbeit an einem Essay über den Schriftwechsel von Alfred Kubin und Stefan Zweig. Viele Projekte schlummern noch in der Schublade ihres Schreibtischs. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen