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Arbeitsmarkt : Dank Teilhabe: „Er hat Arbeit und das tut ihm gut“

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“: Jobcenter Güstrow bewilligte 58 Stellen – auch Klaus-Peter Waage bekam so einen Job.

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erstellt am 19.Aug.2017 | 05:24 Uhr

Rainer Warkus sitzt auf dem Rasentraktor, Klaus-Peter Waage hält den Freischneider in den Händen. An der Zufahrt nach Alt Kätwin sorgen der Gemeindearbeiter und sein Helfer für Ordnung und Sauberkeit. der 54-jährige Klaus-Peter Waage hat seit März endlich wieder einen Job – für 22 Monate. Das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ macht es möglich.

„Wir hatten zwei Stellen beantragt und haben sie auch genehmigt bekommen“, berichtet Bürgermeister Günter Schink. Zwei Gemeindearbeiter beschäftigt die große Gemeinde mit ihren 15 Dörfern, einen im Raum Wardow, einen im Bereich der ehemaligen Gemeinde Alt Kätwin. „Aber nur eine Stelle konnte besetzt werden“, bedauert Schink. Man habe niemanden gefunden, der in das Raster passt. Sehr froh ist Schink wenigstens einen Helfer zu haben. „Zu zweit ist viel mehr zu schaffen“, betont er und ist zufrieden mit Klaus-Peter Waage. Der Alt Kätwiner hatte schon den einen oder anderen Ein-Euro-Job. Manchmal habe er auch von sich aus geholfen. „Er hat Arbeit und das tut ihm gut“, sagt Schink.

Klaus-Peter Waage gehört zu jenen, die nach der Wende Anfang der 1990er-Jahre ihren Job verloren und sich seither irgendwie über Wasser halten. Von Beruf ist er Zerspanungsfacharbeiter, gearbeitet hat er als Melker. Es folgten Umschulungen und ABM-Stellen. Dann kam Hartz IV. Er komme so einigermaßen über die Runden. „Ich hatte den falschen Beruf, vielleicht hätte ich Gärtner werden sollen“, denkt er heute.

Mit dem Bundesprogramm der sozialen Teilhabe am Arbeitsmarkt soll insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit abgebaut werden. Das Jobcenter Güstrow hat beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Finanzierung von 60 Stellen beantragt und Programmmittel in Höhe von 1,75 Millionen Euro bewilligt bekommen, informiert Matthias Bonack vom Jobcenter. Knapp die Hälfte stehe für dieses Jahr, mehr als die Hälfte für das kommende Jahr zur Verfügung. Auf Antrag von 20 Trägern habe das Jobcenter bereits 58 Stellen bewilligt. Besetzt wurden davon bislang 53. Teilnehmer am Bundesprogramm arbeiten u.a. als Integrationshelfer, Sozialhelfer, im Umweltschutz und in der Grünflächenpflege, sind Mitarbeiter im Sozialkaufhaus, unterstützen das Kunsthaus oder pflegen ganz spezielle Biotope. Beschäftigt werden sie zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche über einen Zeitraum bis zu zwei Jahren. Infrage kommen Menschen, die länger als vier Jahre Hartz IV beziehen, über 35 Jahre alt sind und stets nur kurz beschäftigt waren, die gesundheitliche Einschränkungen haben oder in einer so genannten Bedarfsgemeinschaft mit Kindern leben.

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