Güstrow : Damoklesschwert über Markttoilette?

<fettakgl>Seit 1996 </fettakgl>ist Ursula Becker Toilettenfrau in der Güstrower Markttoilette. <foto>grie</foto>
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Seit 1996 ist Ursula Becker Toilettenfrau in der Güstrower Markttoilette. grie

Stadtvertreter Kurt-Werner Langer sieht ein "drohendes Damoklesschwert über der Stadt Güstrow". Der Grund für seine düsterere Sichtweise: Laut seinen Informationen soll die Toilette auf dem Markt geschlossen werden.

svz.de von
22. Juni 2012, 06:42 Uhr

Güstrow | Stadtvertreter Kurt-Werner Langer sieht ein "drohendes Damoklesschwert über der Stadt Güstrow". Der Grund für seine düsterere Sichtweise: Laut seinen Informationen soll die Toilette auf dem Markt geschlossen werden. "Wo gehen dann Touristen und Güstrower Bürger hin? Wird das Rathaus dann seine Türen öffnen und alle dürfen diese Toilette benutzen?", fragt er. Schon im vergangenen Jahr hatten Marktfrauen mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt der öffentlichen Toilette mit Personal gekämpft (SVZ berichtete). 500 Unterschriften hatten sie an die Stadtverwaltung übergeben. Droht der Toilette jetzt wirklich das endgültige Aus? SVZ hakte nach.

"Das Klo auf dem Markt wird jeden Abend geschlossen", sagt Güstrows stellvertretender Bürgermeister Andreas Brunotte. "Aber jeden Morgen auch wieder aufgeschlossen", fügt er mit einem Lächeln an. Die Gerüchte, dass die öffentliche Toilette geschlossen werden soll, kann er nicht nachvollziehen. "Die Stadt hat einen Vertrag, der die Bewirtschaftung aller öffentlicher Toiletten in Güstrow bis März 2013 gewährleistet", erklärt Brunotte. Alle könnten also weiterhin ohne Sorge das Marktklo benutzen und sich auf ein freundliches Wort der Toilettenfrau freuen.

Brunotte kündigt an, dass im Herbst die Bewirtschaftung der öffentlichen Toiletten in der Barlachstadt neu ausgeschrieben werden soll. Ein Problem bei der Markttoilette sei, dass sie nicht für Behinderte geeignet sei. "Das ist baulich auch nicht veränderbar", so Brunotte. "Ich habe bereits jetzt jeden Tag rund ein Dutzend Leute, die die Toilette im Rathaus nutzen." Deshalb wird bei der Ausschreibung darüber nachgedacht, die Reinigungsleistungen für die Markttoilette und die Rathaus-Toilette zusammenzufassen. "Wir befinden uns gerade in der Meinungsbildung und wollen eine möglichst wirtschaftliche Lösung finden", sagt Brunotte. Verschiedene Varianten würden vorbereitet.

Damit ist auch das von den Marktfrauen befürchtete Automaten-Klo auf dem Markt noch nicht vom Tisch. Die Marktfrauen plädierten auch in ihrer Unterschriftenaktion dafür, dass die Toilettenfrau bleiben kann. "Hier hört man immer ein nettes Wort", sagt Beate Jachmann-Buchholz. "An den Wänden hängen Bilder. Auf einem kleinen Tisch liegt Informationsmaterial für Touristen. Wir wollen keine anonyme Automaten-Toilette", sagt die Marktfrau, die gemeinsam mit Martina Senkel die Unterschriften-Aktion organisiert hatte.

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