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Wasserwacht : Damit Baden ein Vergnügen bleibt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die DRK-Wasserwacht beaufsichtigt seit 60 Jahren von Mai bis September ehrenamtlich den Badestrand am Güstrower Inselsee.

 „Schön war die Zeit“, sagen Klaus-Dieter Droste (76) und Dietmar Zemke (76) wie aus einem Mund beim Betrachten des Fotos, auf dem sie als 17-Jährige vom Rettungsturm am Inselsee in die Kamera schauen. Die beiden Güstrower Brinckmanschüler waren damals die ersten Rettungsschwimmer, die dort als Schüler in ihrer Freizeit beim Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) halfen.


Ein Todesfall und drei Schwerverletzte


Heute, am 20. Mai, wenn die DRK-Wasserwacht ihre Arbeit für dieses Jahr am Inselsee aufnimmt, beginnt damit die 60. Saison dieser ehrenamtlichen Arbeit der Hilfsorganisation. Immer von Mai bis September – zum Anfang und Ende in Abhängigkeit vom Wetter – sind täglich von 9 bis 19 Uhr ein diensthabender Rettungsschwimmer und ein Helfer am Badestrand. „Wir beaufsichtigen das Baden, halten den Badestrand mit sauber, leisten Erste Hilfe, sorgen dafür, dass keine Wasserfahrzeuge in den Badestellenbereich fahren und schlichten Streit, wenn es z.B. darum geht, dass das Hundeverbot durchgesetzt werden muss“, umreißt Christian Möller die Aufgaben. „Wir legen uns aber mit keinem Badegast an. Wenn es schwierig wird, holen wir den Ordnungsdienst oder die Polizei. Das geschieht aber nicht oft“, sagt er weiter.

Sehr wichtig sind die DRK-Rettungsschwimmer aber auch für die nahe gelegene Jugendherberge in Schabernack bzw. für Gruppen aus Schulen und Kitas. „Unsere Anwesenheit ist für sie zwingend notwendig, sonst dürfen die Kinder nicht ins Wasser“, sagt Möller. In den sechs Jahrzehnten gab es am Inselsee einen Todesfall am Badestrand und drei Schwerverletzte mit Wirbelsäulenschäden durch Sprünge ins Wasser. Einmal habe man auch ein bewusstloses Kind aus einem Auto auf dem Parkplatz retten müssen, blickt Möller auf Einsätze zurück. „Ansonsten waren und sind wir meistens mit Pflaster bei kleineren Verletzungen oder bei Zecken gefragt“, berichtet er. Viel Lob zollt der Wachleiter den besseren Bedingungen für die Arbeit der Rettungsschwimmer durch die neue Rettungsstation, die im Projekt „Erlebniswelt Inselsee“ entstand. Wie überhaupt die Arbeit seit der Neugestaltung des Strandes viel mehr Spaß mache, sagt Möller.

In jeder Saison sind 30 Rettungsschwimmer und Helfer im Einsatz. In den 60 Jahrzehnten waren es rund 2000. Zu den Aktivisten der Wasserrettung am Inselsee gehören Günter Jacob und Herbert Kraschewski. „Die meisten Stunden hat aber wohl Burkhard Passehl geleistet“, schätzt Christian Möller.


Schüler von Beginn an wichtige Helfer


Besonders konnte sich die Wasserwacht immer auf die Hilfe von Schülern verlassen. Sie seien vor allem aus dem Brinckmangymnasium und aus der damaligen Medizinischen Fachschule gekommen, weiß Möller. Zu ihnen gehörten Klaus-Dieter Droste und Dietmar Zemke. Beide wurden an der Schule Mitglieder in den Arbeitsgemeinschaften „Junge Sanitäter“ und „Junge Rettungsschwimmer“. Die beiden Freunde einte die Liebe zum Wasser und der Wille zur Hilfe, der sich später in ihrem Berufsleben widerspiegelte. Beide wurden Ärzte. Dietmar Zemke übernahm darüber hinaus Aufgaben im DRK-Kreisvorstand.

Diese gute Tradition führt das Gymnasium jetzt weiter. Christian Möller: „Z.B. hat Sportlehrerin Nanett Fischer bei uns die Berechtigung als Ausbilderin erworben, denn Rettungsschwimmer werden immer gebraucht.“ Im DRK-Kreisverband gibt es 180 Rettungsschwimmer, davon sind 80 aktiv im Dienst. Dazu kommen Lehrer und Kindergärtner, die beim DRK den Lehrschein für den Schwimmunterricht erhalten haben. Möller: „Im März hatten wir 55 Teilnehmer. Wir werden daher auch in der 61. Saison am Inselsee unserer Dienst leisten, damit Baden ein Vergnügen bleibt.“

Ohne Sorge ins Wasser



Die Badesaison steht kurz bevor und auch im Landkreis Rostock locken in der kommenden Saison viele Badestellen zum Schwimmen. Auch in diesem Jahr wird die Qualität der Gewässer wieder regelmäßig überprüft. „Die Saison beginnt am 20. Mai. Bis Oktober werden die Badestellen alle vier Wochen kontrolliert“, sagt Kay-Uwe Neumann vom Landkreis Rostock.

Dafür seien insgesamt acht Mitarbeiter vom Gesundheitsamt des Landkreises Rostock unterwegs. Die Kontrolleure entnehmen Wasserproben und geben diese ins Labor. Dort wird das Wasser auf Spuren von Fäkalien und Bakterien untersucht und der ph-Wert bestimmt. „Es wird vor allem ermittelt, wie hoch die Algenbelastung im Gewässer ist“, sagt Neumann. Die Werte können wetterbedingt schwanken. „Bei Regen und starkem Wind verschwinden die Algen auch wieder schnell“, sagt er weiter. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sind bereits seit Anfang Mai im Kreis unterwegs, um zum Saisonstart Auskunft über die Qualität der Gewässer geben zu können. Auskünfte zum Bakteriengehalt, den ph-Werten sowie weitere Angaben zu Den Gewässern wie Temperatur und Sichttiefe finden Interessierte auf einer digitalen Landkarte im Internet unter www. badewasser-mv.de. Dort erfährt man auch, ob das Gewässer zum Schwimmen geeignet ist oder nicht. Mit dabei ist unter anderem der Inselsee in Güstrow und der Garder See in Lohmen. „Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass die Qualität bei allen Badestellen gut, die meisten sogar ausgezeichnet sind“, sagt Neumann. Badeverbote werden deshalb nicht ausgesprochen. Auch der Zustand der Badestellen wird kontrolliert „Wie ist der Zugang zum See gestaltet, liegt viel Müll herum, wie stark hat sich das Schilf ausgebreitet und so weiter“, berichtet Neumann.

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