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Keine Winterruhe im Nup : „Da gehts den Tieren, wie den Menschen“

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Das frühlingshafte Wetter wirkt auf die Winterruhe der Tiere im Natur- und Umweltpark Güstrow. Besonders die Braunbären Fred und Frode sind sehr unruhig. Die Tierpfleger rechnen schon Mitte Januar damit, dass sie ihre Höhle verlassen.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Trotz frühlingshafter Temperaturen ist es erstaunlich ruhig im Güstrower Natur- und Umweltpark (Nup), dabei ist gerade der Winter die beste Zeit einen Blick auf die scheuen Wildtiere zu erhaschen, weiß Zootierpflegerin Petra Koppe. „Jetzt, wenn die Bäume kein Laub mehr tragen, haben die Besucher einen freien Blick auf die vielen Tiere in den weitläufigen Freigehegen“, erklärt die 53-Jährige.

Gerade bei den Wölfen und Luchsen wird es in den nächsten Wochen richtig spannend, denn die anmutigen Tiere haben im Januar und Februar ihre Paarungszeit. Danach könne man tatsächlich die Uhr stellen. Ob nun Tiefschnee und Minusgrade oder solch ein Frühlingswetter, wie es im Moment herrscht, davon bringe die Wölfe und Luchse so schnell nichts ab, so Petra Koppe.

Ganz anders sieht es da in der Bären-WG aus. Mitte November sind die achtjährigen Bärenbrüder Fred und Frode in ihrer Höhle verschwunden. Dort halten sie ihre Winterruhe. „Bären halten keinen Winterschlaf – sie werden nur ruhiger und dösen“, erklärt Petra Koppe. Da kann es auch schon mal passieren, dass sie ihren Schlaf unterbrechen und ihre Nasen aus der Höhle recken.

Petra Koppe begleitet die beiden stattlichen Bären nun schon seit sie als kleine Racker aus Schweden nach Güstrow gekommen sind. „Das ist schon ein richtiges Vertrauensverhältnis geworden“, sagt die erfahrene Zootierpflegerin, die sich seit 34 Jahren um das Wohl der Nup-Tiere kümmert. Fred und Frode, die sie liebevoll „ihre Jungs“ nennt, kennt sie daher auch sehr genau und so merkt sie, dass die Brüder in diesem Jahr besonders unruhig schlafen. „Einmal am Tag schaue ich in der Bärenhöhle nach dem Rechten. Fred und Frode bewegen sich sehr viel und auch an der Atmung ist zu erkennen, dass sie nicht tief schlafen. In diesem Jahr werden sie wohl schon Mitte Januar mobil werden“, vermutet die Pflegerin.

In der freien Wildbahn würden die Tiere dann noch zu wenig Nahrung finden – glücklicherweise haben sie ja Petra Koppe und die übrigen Tierpfleger, die die Schlafmützen mit Bärlauch, Salat und Co. erwarten. Obwohl man meinen könnte, dass sich die stattlichen Bären nach der Winterruhe den Bauch vollschlagen, fressen sie anfangs nur verhältnismäßig kleine Mengen von etwa zwei bis drei Kilogramm. Zum Vergleich: Im Spätsommer vertilgt jedes Tier bis zu 25 Kilogramm pro Tag.

Waldohreule Udo hält nichts von Winterruhe. Der aufgeweckte kleine Kerl hält die Tierpfleger ordentlich auf Trab. „Udo ist unser Maskottchen. Wir haben ihn aufgezogen und schnell gemerkt, dass er viel zutraulicher ist als andere Waldohreulen. Er verbreitet einfach immer gute Laune“, schwärmt Petra Koppe.

Ob das gegenwärtige Frühlingswetter, die Tiere durcheinander bringt kann die erfahrene Zootierpflegerin nicht bestätigen, aber eins verdeutlicht sie: Nasskaltes Wetter mögen ihre Schützlinge so gar nicht. „Da geht’s den Tieren wie den Menschen.“

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