Güstrow : Countdown zur 18. Recknitz-Tour läuft

Immer am 1. Mai, dem Volkssporttag in Laage, startet auch die Laager Recknitz-Tour
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Immer am 1. Mai, dem Volkssporttag in Laage, startet auch die Laager Recknitz-Tour

SVZ-Vereinsserie „Vereine in der Region“: Radfahrerklub von 1895 zu Laage mit langer Tradition und vielen Aktivitäten.

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19. März 2018, 05:00 Uhr

Das Eiscafé in der Breesener Straße in Laage ist der Vereinstreff des Radfahrerklubs von 1895 zu Laage. aus gutem Grund, war doch der Inhaber, Jürgen Schönrock, Gründungsmitglied des am 29. September 1999 wieder ins Leben gerufenen traditionsreichen Radfahrerklubs und selbst in den 1960er-Jahren ein aktiver Kunstradfahrer.

Beim Neustart ebenfalls dabei war Guntram Trost vom SV Einheit Güstrow. Der Sportverein aus der Barlachstadt organisierte 1999 in der Recknitzstadt ein Turnier zum Landespokal Mecklenburg-Vorpommern im Kunstradfahren. Aus diesem Anlass erschien eine Broschüre, die auf die Gründung des Fahrradklubs und seiner Tradition im Kunstradfahren hinwies. „Hinter dem Männerturnverein ist der Radsport-Klub von 1895 der zweite im Ort gegründete Sportverein. Seit dieser Zeit trieben in Laage drei Radsportvereine vor allem Kunstradfahren. Über Jahrzehnte hinweg existierten zwei Vereine parallel zueinander, die niemals in einem Wettkampf aufeinander trafen“, heißt es im Vorwort der Publikation.

Das Kunstradfahren hat sich in Laage nach der Neugründung des Klubs nicht durchgesetzt. Wenn sich heute die Vereinsmitglieder im Eiscafé treffen, geht es um Termine für entspanntes Radfahren, meist in Familie. So wie vergangene Woche, als die Zweiradfreunde über ihren Saisonhöhepunkt berieten. Das ist die Laager Recknitz-Tour am 1. Mai, die in diesem Jahr zum 18. Mal veranstaltet wird und zu der wieder um die 200 Radsportler erwartet werden. „Da kommen ganze Familien, vereinslose Radsportfreunde, Trimmfahrer und Inhaber von RTF-Wertungskarten und für jeden Teilnehmer haben wir spezielle Angebote“, informiert Vereinschef Edmund Jungerberg. So reicht das Spektrum von einer knapp 25 Kilometer langen Tour über 40, 80, 120 bis hin zu 150 Kilometern, die in Form eines Kleeblattes um die Recknitzstadt führt. Hat man sich für den langen Kanten entschieden, muss der Kontrollpunkt an der Feuerwehr in Laage vier Mal angefahren werden. „An der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung beteiligen sich alle Vereinsmitglieder, anders wäre das gar nicht zu schaffen“, sagt Jungerberg.

Andere Aktivitäten erfordern eine weniger stressige Vorbereitung. So unternimmt der Klub, in dem übrigens die Frauen in der Mehrheit sind, regelmäßig eine Winter- und Osterwanderung oder trifft sich über Himmelfahrt zu einer mehrtägigen Radtour. Klubmitglieder wie Katja und Rainer Kohler oder Frank Claus beteiligen sich an den Radtourenfahrten (RTF) des Bundes Deutscher Radfahrer. In der Region hat der Verein dafür drei Touren ausgewiesen – die Laager Permanente, die Schmooksberg-Tour und die Ostsee-Tour, die je über zirka 70 Kilometer führen. Die drei Laager schätzen, dass sie übers Jahr zwischen 5000 und 6000 Kilometer mit dem Rad zurücklegen.


Überall fehlt es an Radwegen

Frank Claus dürfte den Güstrowern von seinen über den Sommer in Zusammenarbeit mit dem ADFC Rostock veranstalteten Feierabendtouren in der Barlachstadt bekannt sein. Darüber hinaus wird er in diesem Jahr zum 14. Mal als Spendensammler an der Hanse-Tour Sonnenschein teilnehmen.

Was den Laagern schwer im Magen liegt, sind die maroden oder meist fehlenden Radwege in der Region und generell in MV. „Es ist kein Wunder, dass das Bundesland bei den Radtouristen in der Beliebtheit zurückfällt“, sagt Sabine Jungerberg, Schatzmeisterin im Verein. Die Laager haben Demonstrationen organisiert oder sich an anderen Initiativen zum Bau oder Erhalt von Radwegen beteiligt. „Es muss etwas passieren, sonst hat der Radtourismus im Land keine Zukunft“, ist sich Frank Claus sicher.

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