Corona vernichtet Arbeit

Viele Firmen mussten in der aktuellen Krise bereits Kurzarbeitergeld beantragen.
Viele Firmen mussten in der aktuellen Krise bereits Kurzarbeitergeld beantragen.

Arbeitsmarktlage im April von massenhaften Anträgen auf Kurzarbeit gekennzeichnet

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02. Mai 2020, 05:00 Uhr

Erste Auswirkungen der Corona-Krise sind auf dem Arbeitsmarkt spürbar. „Die Arbeitslosigkeit steigt, und das zu einer für uns unüblichen Zeit“, sagte Thorsten Nappe, der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur Rostock. „Konnten wir im März noch über eine erstmals unter der Sechs-Prozent-Marke liegende Arbeitslosenquote berichten, wendet sich die Situation jetzt ins Gegenteil.“ Ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Gesamtregion mit der Hansestadt und dem Landkreis Rostock sei zu beobachten: um 1731 Personen oder um 13,5 Prozent seit Beginn der Krise Mitte März.

Damit war der Zugang an Menschen aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit im zurückliegenden Monat mehr als doppelt so hoch wie gewöhnlich. 1752 Personen aus der Region meldeten sich nach Entlassungen oder Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen arbeitslos. Das würde alle Branchenbetreffen, so Nappe. „Die meisten Zugänge kommen aus dem Gastgewerbe und aus dem Handel.“ Positive Effekte anhand von Meldungen offener Arbeitsstellen kämen aber aus dem verarbeitenden Gewerbe mit 53 zu besetzenden Stellen, dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 45 Stellen und im Dienstleistungsbereich mit 32 offenen Arbeitsplätzen.

Auch im Bereich der Geschäftsstelle Güstrow stieg die Arbeitslosigkeit von März auf April um 352 auf nunmehr 3739 Personen. Das waren sogar 242 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Darunter sind 2034 Männer und 1705 Frauen. 1385 von ihnen sind 50 Jahre und älter. Die Arbeitslosenquote stieg im Güstrower Bereich auf 7,9 Prozent an. Vor einem Jahr betrug sie 7,4 Prozent.

Im April meldeten sich in der Region Güstrow 815 Menschen neu arbeitslos, 461 konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. 174 von ihnen unterschrieben einen neuen Arbeitsvertrag, 81 eine Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme der Arbeitsagentur. 81 offene Arbeitsstellen wurden der Geschäftsstelle Güstrow gemeldet. 696 sind zurzeit noch im Bestand.

Seit Mitte März meldeten 4283 Betriebe aus der Hansestadt und dem Landkreis Rostock für etwa 41 900 Beschäftigte Kurzarbeit an. „In der derzeitigen Situation ist die Kurzarbeit ein ganz wichtiges Instrument, um einen noch rapideren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern“, sagt Thorsten Nappe. Sie wirke wie ein Puffer, sichere Unternehmen und halte die Menschen in Beschäftigung. Eine konkrete Analyse allerdings, wie viele Beschäftigte tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeige sich erst mit Verzögerung. Denn, plant ein Unternehmen Kurzarbeit, müsse es das im ersten Schritt bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Innerhalb von drei Monaten müsse der Betrieb die Abrechnungslisten einreichen – erst dann stünden endgültige Daten bereit, wie viele Personen kurzgearbeitet haben und wie groß der Arbeitsausfall war.

Fragen und Anliegen rund um das Thema Jobs können jederzeit online, schriftlich oder telefonisch gestellt werden, Anträge auf Geldleistungen online unter http:// www.arbeitsagentur.de.

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