Güstrow : Coop-Logistikzentrum schließt

Zum Ende des Jahres soll das Coop-Logistikzentrum an der Glasewitzer Chaussee schließen.
Zum Ende des Jahres soll das Coop-Logistikzentrum an der Glasewitzer Chaussee schließen.

Rewe übernimmt Sky, nicht aber das Güstrower Lager. Rund 100 Mitarbeiter betroffen. Firma bietet Weiterbeschäftigung an.

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16. Mai 2017, 21:00 Uhr

Sky wird Rewe. Wann der neue rot-weiße Schriftzug auf dem Supermarkt im Güstrower Stadtteil Distelberg den Himmel ablösen wird, steht noch nicht fest. Fest steht aber: Am Coop-Logistikzentrum in der Glasewitzer Chaussee wird bald gar nichts stehen. Es wird zum Jahresende geschlossen. Betroffen sind rund 100 Mitarbeiter, wie die Unternehmensführung der SVZ jetzt bestätigt hat.

Die in Kiel ansässige Genossenschaft Coop hat sich nach eigenen Angaben mit dem Verkauf ihrer Sky-Märkte komplett entschuldet. Dazu wurde der Großteil der Märkte in die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH ausgegliedert, an der Rewe mit 55 Prozent und Coop mit 45 Prozent beteiligt sind. Rewe ist – hinter Edeka – mit rund 6000 Filialen zweitgrößter Lebensmittelanbieter in Deutschland.

Bei der Übernahme der Marke Sky durch Rewe spielte das Coop-Auslieferungslager in Güstrow offenbar von Anfang an nur eine Rolle: das kompromisslose Aus. Der Logistikstandort in der Barlachstadt sei schon „zu Coop-Zeiten wirtschaftlich kritisch gesehen“ worden, lässt Supermärkte-Nord-Unternehmenssprecherin Sabine Pfautsch wissen. Zwar habe man „alle Möglichkeiten für einen sinnvollen Weiterbetrieb in der Rewe-Logistikstruktur ausgelotet“, letztlich sei aber die Entscheidung getroffen worden, den Standort Güstrow zu schließen. Die Belieferung der Märkte in Mecklenburg-Vorpommern erfolge ab 2018 von Oranienburg aus. Lübecker Märkte, bisher ebenfalls aus Güstrow versorgt, bekommen ihre Waren künftig aus Kiel geliefert.

Die Mitarbeiter in Güstrow sind bereits informiert. Viele hätten Angst, sich öffentlich zu äußern, sie seien zur Verschwiegenheit verpflichtet worden, ist zu hören. Die ältesten haben – wegen der längsten Kündigungsfristen – nach SVZ-Informationen ihre Entlassung bereits schriftlich. Einige Kollegen, die schon anderweitig Arbeit gefunden haben, hätten das Unternehmen bereits verlassen. Andere hoffen noch, dass der Kelch irgendwie an ihnen vorbeigeht, sie vielleicht am Standort weiterarbeiten könnten: Womöglich übernimmt ja ein anderer Anbieter das riesige Objekt und bietet so den Lageristen, Verwaltungsmitarbeitern und rund 40 Kraftfahrern eine weitere Job-Perspektive in Güstrow? Eine noch sehr vage Hoffnung.

Eine andere offeriert Sprecherin Pfautsch: das Angebot des Unternehmens zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Supermärkte Nord und der Rewe-Gruppe. Wieviele Mitarbeiter das annehmen können, müssen oder wollen, ist noch unklar. „Oranienburg oder Kiel – das kommt wohl für die Wenigsten infrage“, vermutet ein Mitarbeiter.

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