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SVZ-Interview : Christian Grüschow: Schonzeit ist vorbei

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bützows Bürgermeister zieht die erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt

Am 2. Juni hat Christian Grüschow auf dem Bürgermeisterstuhl im Bützower Rathaus Platz genommen. Die ersten 100 Tage sind also jetzt geschafft. Was dem 35-Jährigen erste schlaflose Nächte bescherte, worüber er sich schon geärgert hat, woran er noch arbeiten muss und was die Zukunft für Bützow bringen soll, darüber sprach der Bützower Bürgermeister mit SVZ-Redakteurin Katja Müller.

Haben Sie sich die Arbeit als Bürgermeister so vorgestellt?

Grüschow: Ja, im Großen und Ganzen schon.

Zum Amtsantritt haben Sie sich Ziele gesetzt. Hinter welche Punkte konnten Sie schon einen Haken setzen?

Schon im Wahlkampf habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass ich langfristige Ziele habe. Aber ein paar Dinge habe ich schon umgesetzt. Die Verwaltungsabläufe habe ich kennengelernt, bin in Themen reingekommen und habe auch alle Mitarbeiter besucht.

Ziel war es zum Amtsantritt vor 100 Tagen, mit allen ein paar persönliche Worte zu wechseln. Wie sieht es jetzt aus, ist der Plan aufgegangen?

Ich denke schon. Dass ich mich nun wirklich ausführlich mit allen unterhalten habe, kann ich nicht versichern. Aber wir sind auf einem guten Weg. Ich habe ein Frühstücksmeeting eingeführt. Das wird regelmäßig gemacht. Es ist nicht nur dienstlicher Natur, es dient dem besseren Klima untereinander, der Teambildung.

Zum Amtsantritt war das Büro nicht ganz nach Ihrem Geschmack. Was hat sich da geändert?

Eigentlich alles (lacht). Nein, aber sehr vieles. Zwei Grünpflanzen durften bleiben und ansonsten gab es neue Bilder, neue Deko und das Sitzkissen ist auch verschwunden. Und ein paar nützliche Dinge sind mit eingezogen.

Gibt es noch Spuren Ihres Vorgängers?

Sebastian Constien findet eigentlich bei jedem Besuch noch etwas, das ihm gehört. Er hat wohl schlecht ausgeräumt. Und dann liegen hier noch Bücher, da weiß ich nicht, wem die gehören.

Worüber haben Sie sich in den vergangenen 100 Tagen besonders geärgert?

Wir brauchen schnelle Entscheidungsprozesse. Manche Stadtvertreter haben die Angewohnheit, Themen zu zerreden, Prozesse unnötig in die Länge zu ziehen. Das fällt besonders in den Sitzungen auf. Das ärgert mich.

Was hat Ihnen schon schlaflose Nächte bereitet?

Bislang noch nichts.

Welcher Termin hat Ihnen besonders gut gefallen?

Das sind die Termine mit Schulklassen oder Kindergartengruppen. Wenn die zu mir kommen und Fragen stellen, ist das toll.

Wie kommt die Familie mit Ihrem neuen Amt zurecht?

Ich bin jetzt zwar nicht mehr so weit weg, aber dennoch eher selten früh zu Hause. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist da, aber die langen Abendtermine... In der vergangenen Woche war ich viermal erst sehr spät zu Hause. Das finden die dann nicht so toll.

Welcher Wunsch hat sich in den ersten 100 Tagen entwickelt – was ist neues auf ihrer To-do-Liste dazugekommen?

Die familienfreundliche Infrastruktur muss besser werden. Ich habe Ideen für den Bereich vor dem Rühner Tor, den Schloßparkplatz und den Schloßplatz. Auch die sanierungsbedürftigen Häuser liegen mir am Herzen. Es kommt ständig etwas hinzu.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie an sich noch arbeiten müssen, um ein guter Bürgermeister zu sein?

Oh ja. Ich kann mich zwar sehr gut auf meine Amtsleiter verlassen, doch mein Anspruch ist es, die Dinge eigenständig beurteilen zu können.

Haben die Bützower Stadtvertreter und Kollegen ihnen eine Art Welpenschutz in den ersten Tagen gewährt?

So etwas habe ich nie für mich beansprucht. Aber ich denke schon, dass die Schonzeit jetzt – nach 100 Tagen – vorbei ist.

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