John-Brickman-Gymnasium : Chinesin genießt viel Freizeit

Gastschülerin Valeria Martianova inszeniert Goethes Werk „Faust“ gemeinsam mit Lukas Gröschel und Niklas Herzberg (v.l.) im Deutschunterricht.
Gastschülerin Valeria Martianova inszeniert Goethes Werk „Faust“ gemeinsam mit Lukas Gröschel und Niklas Herzberg (v.l.) im Deutschunterricht.

Austauschschüler aus Thailand, Russland und China besuchen das Brinckmangymnasium in Güstrow

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11. Juni 2015, 23:30 Uhr

Überall auf der Welt gibt es Angebote, die sich an Jugendliche richten, die durch Auslandserfahrungen ihren Horizont erweitern wollen. Das John-Brinckman-Gymnasium besuchen derzeit Valeria Martianova aus Russland, der Thailänder Thiti Thitinunsomboon und der Chinesin Jiachen Han.

Als Jiachen Han nach Deutschland kam, stellte sie sich direkt mit ihrem selbst ausgewählten deutschen Namen vor. Linda heißt sie jetzt. Der Name ist für Deutsche leichter auszusprechen und einprägsamer. Aus diesem Grund trägt die aus Zentralchina stammende Schülerin diesen nun für ihren zehnmonatigen Aufenthalt. Sie kam durch ein Austauschprogramm ihrer Schule auf die Idee ein ganzes Schuljahr in Deutschland zu absolvieren. Bis Juli wird die 17-Jährige noch in ihrer Gastfamilie in Güstrow leben und verschiedene Klassen des Gymnasiums begleiten. Die Kunstbegeisterte hat in drei verschiedenen Klassen Kunstunterricht. Deutsch lernt sie in einer 7. und einer 9. Klasse.

Die Schulsysteme von Deutschland und China unterscheiden sich aus Lindas Sicht enorm. „Hier habe ich viel mehr Freizeit. In Xining, wo ich lebe, beginnt die Schule um 7.15 Uhr und endet um 18 Uhr. Danach sind noch viele Hausaufgaben zu machen“, berichtet sie. Obwohl sie zuvor kein Deutsch gelernt verwischen sich langsam Jiachens Verständigungsprobleme.

Die Russin Valeria Martianova hatte prinzipiell den kürzesten Anreiseweg. Allerdings legte sie die Reise aus ihrer Heimatstadt Nishnii Tagil im Westen Russlands zunächst mit der Bahn und weiter dann mit dem Bus zurück. Neun weitere Schüler aus ihrer Klasse sind nun in der Umgebung verteilt und leben in Gastfamilien. „Ich lerne schon seit der 1. Klasse Deutsch und bin auch gut darin. Aber ich möchte meine Kenntnisse weiter verbessern, weil ich vielleicht hier studieren möchte“, verrät die 16-Jährige, die für drei Monate in Güstrow ist. Wie auch in Russland geht Valeria in die 10. Klasse. Neu sind für sie die hier üblichen 90-minütigen Unterrichtsstunden und Fächer wie Philosophie und Kunst in der Oberstufe. Schon mehrmals war Valeria mit ihrer Familie in Deutschland, kennt das Land also schon ein wenig.


Im Goethe-Institut vorher Deutsch gelernt


Der 16-jährige Thiti Thitinunsomboon trägt den Spitznamen Jade. Er kommt aus Thailands Hauptstadt Bangkok. Er kam über eine großen internationalen Austauschorganisation im Januar nach Güstrow, bleibt für ein Jahr und geht in die 9. Klasse. „Im letzten Oktober habe ich mich mit einem Deutschkurs am Goethe-Institut in Bangkok auf diesen Aufenthalt vorbereitet“, berichtet er. Auch er sieht große Unterschiede im Schulalltag. „Bei uns trägt jeder eine Uniform. Bei etwa 5000 Schülern an meiner Schule gehen 40 bis 50 in eine Klasse. Und wir singen an jeden Morgen die thailändische Nationalhymne“, erzählt Thiti. Am besten gefalle ihm das milde Wetter in Deutschland und Großstädte wie Köln und Rostock. Auch er wohnt in einer Güstrower Gastfamilie.

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