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Chinesische Designer in Güstrow : China auf den Weg zurück zur Natur bringen

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Chinesische Designer weilen für vier Tage in Güstrow. Sie sind Gast des Plakatkünstlers und Designers Prof. Gunter Rambow.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2012 | 02:07 Uhr

Güstrow | Qiang Wang, Lerer an der Jiangnan-Universität, war beim gestrigen ersten Seminar der erste, dessen Plakatentwurf vom Güstrower Designer, Plakatmaler und Galeristen Gunter Rambow begutachtet wurde. Wang gehört zu 17 chinesischen Designern, die auf Einladung von Rambow in Deutschland und vier Tage speziell in Güstrow weilen. Sie arbeiten in seinem Haus am Domplatz. "Hier gibt es für sie ein strammes Arbeitsprogramm. Es geht darum, dass ich auf ihren Wunsch ihre Designkonzepte bzw. Entwürfe zu einer naturverbundenen Stadtentwicklung bzw. konkret zum Thema ,Ländliche Stadt’ einer Endkorrektur unterziehe", erklärt Gunter Rambow. Er hebt aber gleichzeitig hervor, dass es "vorsichtige Korrekturen" seien, denn jeder der 17 Lehrer, Produkt-Designer, Kreativ- und Design-Direktoren oder Cartoonisten sei "ein Meister seines Fachs". Alle Entwürfe sind daher auch fertig, liegen in Güstrow per Mail vor und sollen jetzt in ihre endgültige Form gebracht werden.

Geplant ist, dass diese Plakate landesweit in Ausstellungen gezeigt werden und als Konzept stehen für Möglichkeiten, die chinesischen Städte wieder mehr mit der Natur zu verbinden. Prof. Jiayang Lin, Direktor des Instituts für internationales Design und Kunst an der Tongji-Universität Shanghai, der die Delegation leitet und der bei Gunter Rambow in Kassel studierte, erklärte die Notwendigkeit mit einem Blick in die jüngere Geschichte Chinas. "Vor 30 Jahren mit der ökonomischen Revolution öffneten wir die Tore Richtung Westen", so Lin. Das habe aber auch dazu geführt, dass viele chinesische Traditionen nicht mehr so beachtet worden seien, z.B. das intensive Leben mit der Natur. Als "Muster für eine grüne Stadt" haben sich die Künstler Chen-do, eine Zehn-Millionen-Stadt im Südwesten Chinas ausgewählt. Allerdings: Sie sind von der Partei abhängig, ob die mit dem Vorschlag einverstanden ist. Prof. Lin ist jedoch optimistisch.

Beim Endprodukt setzen die chinesischen Künstler große Hoffnungen in Gunter Rambow, der bereits viermal in China weilte und bei chinesischen Designern als Vorbild gilt. Lin: "Wir profitieren von Gunter Rambow. Das Besondere diesmal ist, dass wir an Ort und Stelle mit ihm arbeiten und den Austausch und das Miteinander pflegen können." Lin, der vor zehn Jahren schon einmal in Güs trow weilte, sieht aber auch gerade diese Stadt als Muster für die Ideen der chinesischen Künstler. Prof. Lin: "Güstrow hat in mir einen starken Eindruck hinterlassen. Es ist eine so typische, idyllische Stadt für unser Anliegen. Was hier gewachsen ist, kann für chinesische Städte als Vorbild gelten." Besonders beieindruckt sind die Chinesen z.B. von den "grünen Inseln" in der Altstadt, von den Hinterhöfen wie auch Rambows Haus einen hat, der gerade jetzt im üppigen Grün daher kommt.

Die chinesischen Gäste besuchten auf dem Weg nach Güstrow die "documenta" in Kassel und das Bauhaus Dessau. Bis Montag sind sie in Güstrow. Letzte Station ist Berlin mit seinen Museen. Am 31. August geht es wieder zurück in die Heimat.

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