Sanierung : Charme alter Zeiten erhalten

Den herrschaftlichen Eingangsbereich des Hauses Gleviner Straße 10 krönt eine imposante Treppenanlage. Für den Architekten Jens-Peter Kruse ist es keine Frage, dass sie erhalten bleibt. Fotos: REgina Mai
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Den herrschaftlichen Eingangsbereich des Hauses Gleviner Straße 10 krönt eine imposante Treppenanlage. Für den Architekten Jens-Peter Kruse ist es keine Frage, dass sie erhalten bleibt. Fotos: REgina Mai

Nach langem Leerstand startet Sanierung in der Gleviner Straße 10/Grepelstraße 17 /Zehn Wohnungen sollen Ende 2016 fertig sein

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15. Juni 2015, 21:15 Uhr

An der Ecke Gleviner Straße/Grepelstraße sind Baufahrzeuge angerückt. Über viele Jahre stand das gewaltige Gebäude – den Güstrowern als Stift Bethlehem bekannt – leer und war dem Verfall preisgegeben, jetzt wird die Sanierung vorbereitet. Geplant ist für die Häuser Gleviner Straße 10 und Grepelstraße 17 eine reine Wohnnutzung. Zehn Wohnungen sollen entstehen.

Anbauten auf dem Hof wurden bereits abgerissen, berichtet Jens-Peter Kruse. In dem Gebäude ist aufgeräumt. Große Überraschungen erwartet der Architekt nicht unbedingt, gefeit aber sei man dagegen nicht. Der älteste Teil des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1618. Hinter der Fassade verbergen sich ursprünglich zwei Häuser an der Gleviner Straße und ein Kemladen entlang der Grepelstraße. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Komplex im neugotischen Stil überformt. Beispielhaft dafür seien der Weinfries über dem Erdgeschoss und die kleinen Fensteröffnungen der dritten Etage. Neben diesen kleinen Fenstern werden Dachflächenfenster für Helligkeit in den oberen Wohnungen sorgen, berichtet Kruse. So sei es mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen. „Die Dachfenster wird man von unten gar nicht sehen“, betont der Architekt.

Richtig spannend wird es im Haus. Die große Eingangshalle mit den Portalsäulen und die imposante Treppenanlage aus der Zeit des Umbaus im 19. Jahrhundert bleiben erhalten – ebenso diverse Türen mit Bekrönung, Dielenfußböden, Fußbodenfliesen, Stuck an den Decken und mehrere Fenster, die wieder aufgearbeitet werden können. Kruse zeigt ein kleines Fenster im Kemladen (ein Anbau), das noch aus der Zeit der Renaissance stammen könnte. „In den oberen Etagen werden an der Grepelstraße die Fenster auch künftig nach außen geöffnet“, verrät der Architekt ein weiteres Detail, führt durch einen Saal mit Bögen und vergisst am Ende auch die Räucherkammer nicht. Wohl fast jedes Haus in der Stadt habe unter dem Dach eine Räucherkammer gehabt, berichtet Kruse. Die vielen erhaltenswerten Details verdeutlichen, dass Wohnen in der Gleviner Straße 10 künftig weit entfernt von 0815, sondern sehr individuell sein wird. Auf der Hofseite seien Terrassen und Balkone geplant. Manche Wohnung im oberen Bereich werde sich über zwei Etagen erstrecken. „Man kauft mit einem Haus immer auch Verantwortung“, betont Reinhard Liebermann, der auch die Häuser Am Berge 10 bis 12 sanieren ließ. Deshalb sei es ihm wichtig, den Charme alter Häuser soweit wie möglich in die Neuzeit hinüber zu nehmen.

Ende 2016 soll alles fertig sein. Dann können die Mieter einziehen. „In diesem Jahr wollen wir den Rohbau, also Dach und Fenster schaffen“, sagt der Architekt. Im nächsten Jahr werde dann der Innenausbau und die Fassade folgen.  

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