Krakow am See : Chance für altes Sommerkino

Dieser alten Blechhütte will der Krakower MTB-Club wieder Leben einhauchen.
Dieser alten Blechhütte will der Krakower MTB-Club wieder Leben einhauchen.

MTB-Club will Begegnungsstätte für Verein und Krakower schaffen. Stadt befürwortet Vorhaben. Finanzierung aber noch nicht klar

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03. Januar 2016, 16:20 Uhr

Regelmäßig im Winter, wenn kein Blatt und kein Dickicht die Sicht versperrt, kommt es im Wäldchen zwischen Landesstraße 11 und Campingplatz zum Vorschein: das aus DDR-Zeiten stammende Kino am äußersten Krakower Stadtrand. Zahlreiche Zeltplätze hatten in „Ostzeiten“ solch eine große Wellblechtonne, die besonders in den Urlaubshochzeiten abendliche Abwechslung boten. In der politischen Wendezeit ging dieses System der Filmbespielung für das Land rasch unter, nur wenige überstanden den Zugewinn neuer Freizeitmöglichkeiten. Auch im Krakower „Sommerkino“ fiel längst der letzte Vorhang, den es in den Landspielstätten meistens nur symbolisch gab.

Jetzt gibt es einen Plan des Mountainbike-Clubs Krakow am See (MTB), das „Sommerkino“ zu reaktivieren. Das Objekt könnte als Vereinsheim dienen, stellen sich die MTB-Leute vor. Auch hätten hier Ausstellungen, etwa von Oldtimern oder Motorrädern, Platz, Tanz wäre vielleicht ein Angebot, Tischtennis, Federball oder auch Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche, ein Übungsraum für junge Musiker… So könnte das „Sommerkino am alten Campingplatz“ als kulturelle und sportliche Begegnungsstätte wiederbelebt werden. Und auch als Kino für die Krakower sowie für Urlauber kann sich der Verein die Reaktivierung der alten Wellblechhütte vorstellen.

Diesem Ansinnen trägt die Stadtvertretung Rechnung und billigte jetzt – einstimmig – die Aufstellung eines Bebauungsplanes, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben zu schaffen. Bestandsschutz für die gesamte bauliche Anlage ist seit Jahren abgelaufen. Noch ist nicht klar, wer für die Beplanung und für die Erschließungskosten aufkommen soll. Diese Fragen sollen noch zwischen der Stadt und dem Verein vertraglich geklärt werden.

Ob das Ganze überhaupt etwas wird, ist aber offenbar noch völlig in der Schwebe. So sei die Finanzierung noch in der Schwebe, heißt es. Der Verein tut sich deshalb noch schwer, über den kühnen Plan zu sprechen, die Idee gibt es bisher nur in Schriftform. 17 Mitglieder zählt die kleine MTB-Gemeinschaft, nicht gerechnet die Kinder und Jugendlichen. Es könne auch gut sein, dass sich das Vorhaben auch noch als zu große Nummer erweist, ist zu hören. Dass nun mit dem Beschluss der Stadtvertreter schon mal die Möglichkeit eröffnet ist, das freilich höre man mit Freude.

An einem Bestandteil des noch vagen Konzeptes, dem Kino, sollte es jedenfalls nicht scheitern. Jens-Hagen Schwadt, Vorsitzender des Landesverbandes Filmkommunikation, möchte Mut machen. Der Güstrower hatte in den 1990er-Jahren selbst mit Hand angelegt, als es die (damals) wertvolle 35-mm-Kinotechnik aus nicht mehr genutzten Landspielstätten zu sichern galt. Mit seinem Verband, der quasi Nachfolger des Landfilms wurde, wäre es unkompliziert möglich, regelmäßig an gute Filme zu kommen. Auch für die Einrichtung des Hauses mit eigener, jetzt digitaler Technik – was aber wiederum auch einiges Kapital kostet – könnte Schwadt sicherlich wertvolle Hinweise geben.

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