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Laage : Carl Beyer schrieb Laager Stadtgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hobbyhistoriker Peter Zeese erinnert mit Jubiläen und Daten an Menschen und Ereignisse in der Recknitzstadt.

von
erstellt am 09.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Über Monate hinweg hatte Laager im vergangenen Jahr das 800-jährige Bestehen der Stadt gefeiert. Da mag man es 2017 gern etwas ruhiger angehen lassen. So große Jubiläen gibt es auch nicht, dafür aber eine ganze Reihe von Jahrestagen, die nicht vergessen werden sollten, meint Peter Zeese (51). Der Laager macht sich in jedem Jahr die Mühe allerlei Jubiläen und Gedenktage für die Recknitzstadt zusammenzufassen.

Von Bedeutung sieht er zwei Jubiläen im Zusammenhang mit Carl Beyer, evangelischer Pastor von 1875 bis 2000 in Laage. 170 Jahre ist es her, dass Beyer in Schwerin geboren wurde. Vor 130 Jahren (1887) erschien von ihm die „Geschichte der Stadt Laage“, eine Stadtchronik die Peter Zeese schon als Kind gelesen hatte und die sein Interesse für die Geschichte seiner Heimatstadt mit beförderte. Es ist bei weitem nicht das einzige Werk des Pastors, Schriftstellers und Historikers Carl Beyer. Nach seiner Zeit als Pastor in Laage hatte er als freier Schriftsteller in Schwerin und Rostock gelebt. Beyer starb 1923 in Rostock, wurde aber auf dem Alten Friedhof in Laage beigesetzt. Peter Zeese erwähnt auch achäologische Zuarbeiten, die Carl Beyer lieferte, was wenig bekannt ist.

Vogt und Kaland-Brüdernschaft


Vor 720 Jahren wurde die Vogtei Laage 1297 erstmals erwähnt. „Damals gab es eine Burg in Laage. Auf dieser saß der Vogt und verwaltete Stadt und Land“, berichtet Peter Zeese. Auch die Kaland-Brüderschaft hatte es wie in vielen Städten so auch in Laage gegeben. In einem Brief aus dem Jahr 1487 wird diese Laienbrüderschaft erwähnt. „Entstanden ist sie als eine Art Trauergemeinschaft“, erzählt der Hobbyhistoriker. Später habe man sich eher als Gemeinschaft, die zusammen feierte und trank, gesehen.

Peter der Große trifft August den Starken

 

1712 soll Zar Peter der I. im Zuge von Friedensverhandlungen auch in Laage Quartier bezogen haben. In der Laager Feldmark sollen damals 11 000 russische Soldaten gelagert haben. Der Zar traf sich mit August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Nach Beratungen sollen Orden ausgetauscht worden sein. Wo Zar Peter der I. genächtigt und wo er verhandelt hat, weiß man nicht. „Ich habe auch in seinen Tagebüchern gelesen, aber nichts darüber gefunden“, berichtet Peter Zeese und fügt hinzu, dass damals eine Benennung u.a. nach Grundstücken erfolgte. Hausnummern gibt es in Laage erst seit 1882. Über den 10. Dezember 1712 heißt es aus Laage in dem Tagebuch des Zaren: „Den 30ten als an dem St. Andreas-Tage machte der König von Pohlen, und alle seine Generals Se. Majestät die Aufwartung. Zu gleicher Zeit wechselten Ihro Majestäten ihre gegenseitigen Orden aus. Se. Majestät bekleideten zuerst den König von Pohlen mit dem Andreas-Orden, worauf der König Sr. Majestät den seinigen gab.“

Die Straße des Friedens hatte es seinerzeit noch nicht gegeben. Ihr Bau liegt erst 150 Jahre zurück. Peter Zeese berichtet von einem Hirtenweg, der zum Bahnhof führte. Entlang dieses Weges sei die Straße – zunächst als Verlängerung der Wallstraße angesehen – gebaut worden. Sie endete an der Kirche und erhielt 1972 zu Ehren des deutschen Kaisers den Namen Wilhelmstraße. Zu DDR-Zeiten wurde daraus die Straße des Friedens.

Erwähnt seien auch 40 Jahre Freilichtbühne sowie Herbstmarkt (7./8. Oktober 1977) und 35 Jahre Albertinum. Das mag manchen überraschen, denkt man doch, beides müsste es schon seit einer gefühlten Ewigkeit geben. „Das ist ein Grund, warum ich jedes Jahr diese Daten zusammenzutragen. Manches ist eben noch gar nicht so alt“, erklärt Zeese.

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