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Hilfe für Bedürftige : Carisatt – Treffpunkt in Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sybille Gis und ihre Mitarbeiterinnen lieben ihre gemeinnützige Arbeit / Für ihre Kunden haben sie stets ein offenes Ohr

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Hochbetrieb herrschte gestern Vormittag im Carisatt-Laden in der Schweriner Straße in Güstrow. Während Helga und Horst Frelenberg mit ihrem Bekannten Bernd Kracht im angrenzenden Café einen Plausch nebst einem frisch gebrühten Kaffee genossen, behielt Mitarbeiterin Henny Rutscheck den Überblick in dem kleinen Lebensmittelgeschäft. Hier und da war eine Beratung nötig, musste ein Stück Käse vom Laib abgeschnitten oder die Gurken zum Einlegen gewogen werden – 50 Cent pro Kilo.


Nicht nur Laden sondern Lebenshilfe


Der günstige Preis ist hier kein Zufall, denn das Angebot des, an die Caritas angegliederten Geschäfts, richtet sich an Empfänger von Sozialleistungen. „Das kann alles sein: Ob nun Wohngeld oder Hartz IV, jeder der Anspruch auf irgendeine Art von Bezügen hat, kann bei uns einkaufen“, erklärt Geschäftsleiterin Sybille Gis. Die Güstrowerin weiß wovon sie spricht, denn bevor sie diesen Job antrat, war sie selbst Hartz IV-Empfängerin. „Ich habe früher ehrenamtlich und später als Ein-Euro-Jobberin hier gearbeitet. Das sich diese Job-Chance für mich aufgetan hat, macht mich wirklich sehr glücklich“, erzählt sie ihren Werdegang.

Heute steht sie auf der anderen Seite und setzt sich für die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. „Wir haben hier immer ein offenes Ohr für die Menschen – viele von ihnen kommen schon seit Jahren zu uns. Man kennt sich und bei Problemen stehen wir mit Rat und Tat zur Seite oder vermitteln an die Betreuer der Caritas, mit denen wir eng zusammenarbeiten“, so die Geschäftsleiterin.

Die Produkte – Lebensmittel, Kleidung oder technische Geräte – erhält der Laden durch Spenden von Privatleuten und Firmen oder sie werden zugekauft. Besonders Obst und Gemüse sei im Moment gefragt, aber leider auch sehr knapp. Jede Spende sei willkommen, so Sybille Gis. Gerade ausgesprochen betritt Regina Drögmöller den Carisatt-Laden mit einer großen Tüte. Die Güstrowerin möchte spenden: „Ich habe schon öfter etwas vorbei gebracht, denn hier weiß ich, dass meine Sachen in gute Hände kommen. Es gibt so viele Bedürftige und so kann ich meinen Beitrag leisten.„Was an Kleidungsstücken nicht verkauft wird, holt das DRK später für die Kleiderkammern ab“, erläutert ihr Sybille Gis.

Im Laden haben sich Helga und Horst Frelenberg inzwischen umgesehen und ihr kleines blaues Einkaufskörbchen gefüllt. „Heutzutage ist immer alles so teuer. Zweimal in der Woche kommen wir her, um zu schauen, was es Schönes gibt. Erst danach geht es in den Supermarkt“, erzählt Horst Frelenberg und seine Frau fügt hinzu: „Schauen sie: Wo könnte ich für unter zehn Euro einen so vollen Einkaufskorb bekommen?“ Gestern gab es Schokolade für die beiden Enkel des Ehepaares aus Neu Strenz. Spätestens am kommenden Dienstag werden sie wieder zum Einkaufen hier hier sein.

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