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Güstrower Anzeiger

22. Oktober 2017 | 21:29 Uhr

Buttersäure-Anschlag im Waldweg

vom

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2012 | 07:13 Uhr

güstrow | Das frühere Internat der Bahn im Güstrower Waldweg war Ziel eines Anschlags. Bauarbeiter, die am Dienstagmorgen an der Instandsetzung des seit Jahren leer stehenden Gebäudes arbeiteten, bemerkten vor dem Eingang schon ekelhafte Gerüche, die offensichtlich von einer auf dem Treppenabsatz ausgebreiteten Flüssigkeit herrührten. Als sich bei einem von ihnen Kopfschmerzen einstellten und Übelkeit, verständigten die Arbeiter den Eigentümer, der wiederum die Polizei informierte. Die ersten eintreffenden Beamten fanden den Verdacht, dass es sich um Buttersäure handeln könnte, erhärtet und alarmierten die Feuerwehr.

62 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Güstrow, Bützow sowie des Gefahrgutzuges "Süd" des Landkreises aus Krakow am See waren im Einsatz, dazu rund ein Dutzend Beamte der Güstrower Polizeiinspektion und der Kripo. Das Areal rund um das Haus zwischen Sportschule und Zufahrt zum Waldweg wurde weiträumig abgesperrt. Die benachbarte Kindertagesstätte durfte den Tag weiter geöffnet bleiben, zur Sicherheit mussten die Kinder jedoch das Freie meiden. Das Sportlerheim des Hockeyvereins nutzte der Katastrophenschutz zur Entfaltung einer Dekontaminationsstrecke.

Mehrere Feuerwehrleute, vollständig in Chemikalienschutzanzug gehüllt, untersuchten das Gebäude auf chemische Gefahrenstoffe. Sie stellten fest, dass tatsächlich eine größere Menge Buttersäure ausgebracht worden war und machten diese unschädlich.

Nach rund zweieinhalb Stunden hatten die Wehrleute die Situation so weit im Griff, dass zwar noch eine Geruchsbelästigung von dem Haus ausging, jedoch keine Gefahr mehr. Die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Rostock begaben sich nach dem Abzug der Feuerwehr unverzüglich auf Spurensuche am Tatort. Dabei kam auch ein Fährtenhund zum Einsatz. Jedoch hätten sie keine Spuren gefunden, die auf Täter schließen ließen, informierte eine Polizeisprecherin. Es werde jedoch weiter "in alle Richtungen" wegen Sachbeschädigung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Das frühere Bahn-Wohnheim wird vom Landkreis, beauftragt durch das Innenministerium, als Standort für ein Asylbewerberheim erwogen. Dagegen erheben Anwohner der Umgebung Einspruch. Auf einem anonym verteilten Flugblatt werden neben scheinbar sachlich vorgetragenen Argumenten unverhohlen fremdenfeindliche Vorbehalte verbreitet und zu einer Unterschriftenaktion gegen die Ansiedlung eines Asylbewerberheims an diesem Standort aufgerufen (SVZ berichtete).

Der am Dienstag von den Dämpfen verletzte Arbeiter konnte nach Versorgung durch die Rettungskräfte vor Ort auf weitere ärztliche Hilfe verzichten.

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