Güstrower Werkstätten : Buntes Leben in altem Gemäuer

Blick in die Textilwerkstatt im Derz’schen Hof: Hier näht Cornelia Bülow (2.v.l.) mit acht Mitarbeitern mit Behinderung.
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Blick in die Textilwerkstatt im Derz’schen Hof: Hier näht Cornelia Bülow (2.v.l.) mit acht Mitarbeitern mit Behinderung.

Güstrower Werkstätten sind im Derz’schen Hof angekommen und haben noch viele Projektideen

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05. März 2014, 06:00 Uhr

Ordentlich was los im Derz’schen Hof. Seit die Güstrower Werkstätten das alte Gemäuer in der Mühlenstraße vergangenes Jahr übernommen haben, herrscht hier wieder Leben. Vor allem auch zur Mittagszeit. Dann ist das im November 2013 eröffnete Bistro proppenvoll. „Der Zuspruch ist wirklich toll“, freut sich Christiane Millow, Abteilungsleiterin Arbeit bei den Werkstätten. „Hier im Bistro präsentieren wir uns, demonstrieren Transparenz.“ Doch nicht nur kulinarisch hat das Haus etwas zu bieten. Hier sind auch der Werkstattladen, die Textilwerkstatt und eine kleine Druckerei untergebracht. 30 Leute arbeiten mittlerweile im Derz’schen Hof, 22 von ihnen mit Behinderung.

Behinderte Menschen in Arbeit bringen und vor allem auch für den ersten Arbeitsmarkt fit machen – das ist das Ziel der Güstrower Werkstätten. „Dafür werden die Leute von uns gefördert“, erklärt Christiane Millow. Im Derz’schen Hof gebe es dafür zahlreiche Möglichkeiten, besonders auch im Bistro-Bereich. „Wir schätzen den engen Kontakt, den wir hier zu den Güstrowern haben“, sagt sie. „Die Gäste können uns live bei der Arbeit erleben.“ Dennoch sei es eine große Herausforderung für die Güstrower Werkstätten gewesen, mit dem Projekt „Bistro“ an die Öffentlichkeit zu gehen. „Wir hatten ja überhaupt keine Erfahrung mit Gastronomie“, sagt sie. Anfängliche Schwierigkeiten seien jetzt aber überwunden.

Im hinteren Teil des Derz’schen Hofs leitet Cornelia Bülow die Textilwerkstatt. Acht Mitarbeiter mit Behinderung sitzen hier an ihren Nähmaschinen, fertigen Taschen jeglicher Art, Kuscheltiere, Tischdecken oder Kissen. „Wir besticken auch Handtücher oder T-Shirts. Das wird immer mehr“, sagt die 49-Jährige aus Wendorf, die seit 1997 die Textilwerkstatt leitet. Auch eine Änderungsschneiderei gibt es. „Ein wichtiges Standbein“, sagt sie. Produkte und Dienstleistungen werden im Werkstattladen im vorderen Teil des Hauses angeboten. Die Näherei ist voll ausgestattet. Deshalb würde sich die Leiterin auch noch mehr Kunden wünschen. „Nach unserem Umzug Ende vergangenen Jahres von der Hageböcker Straße hierher, finden uns viele Kunden nicht mehr“, hat Cornelia Bülow festgestellt. „Wir leisten die gleiche gute Arbeit wie zuvor“, unterstreicht sie.

Unterdessen hat Christiane Millow noch viele Ideen für der Derz’schen Hof. „Wir wollen demnächst auch Abendveranstaltungen anbieten, z.B. Konzerte, Lesungen oder Spezialitätenabende“, erzählt sie. „Es soll etwas Einmaliges in Güstrow werden.“ Zudem soll das Bistro in der Saison auch an den Wochenenden geöffnet werden. Und: „Dieses Jahr werden wir noch den Innenhof gestalten, damit die Gäste auch draußen sitzen können.“

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