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SVZ-Serie „Chorgeflüster“ : Bunt, erfahren und fast „Fehlerfrei“

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Chorgeflüster“: Der Bülower Regenbogen-Chor singt seit 16 Jahren vor allem deutschsprachige Popsongs.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Musikalisch geht es in einem Bülower Keller zur Sache. Dort spielt Gerald Uhlendorf von ihm umgeschriebene Stücke auf seinem Keyboard ein und mischt sie anschließend ab. Auf diese Weise erstellt er eine instrumentale Begleitung für seinen Chor Vocalpop Regenbogen. Markenzeichen der sieben Sängerinnen im Chor sind die sieben Regenbogenfarben. Jedem Mitglied ist eine Farbe zugeordnet, die in den Accessoires ihrer Kleidung zur Geltung kommt. Bunt und aktionsgeladen agieren sie auf der Bühne. Funkgesteuerte Mikrofone und choreografische Tanzeinlagen, bei denen Kabel nämlich nur stören würden, sind Teil ihres Programms.

Mit einer Ausnahme singt der dreistimmige Chor auch nach 16 Jahren noch in seiner Originalbesetzung. Im Jahr 2000 wurde er von Gerald Uhlendorf und seiner Frau Barbara, die ebenfalls im Chor singt, gegründet. Einmal pro Woche treffen sich die Regenbogenfrauen zum Proben im Uhlendorfschen Wohnzimmer. Der Abend beginnt stets mit einem Gläschen Sekt. „Dafür sind es Frauen“, winkt der Chorleiter scherzhaft ab. „Die müssen sich immer erst etwas erzählen.“

Vier der Frauen singen Alt, aufgeteilt in zwei Stimmen, und drei singen Sopran. Alle Mitglieder können Soloparts übernehmen, „aber nicht alle trauen sich“, wirft der Chorleiter ein. Er erzählt außerdem von dem Bass und dem Schlagzeug, die den Chor neben dem Keyboard anfangs begleiteten. „Im Laufe der Zeit sind die Leute eigene Wege gegangen und es wurde stressig, immer wieder für Ersatz zu sorgen.“ Deshalb läuft die Begleitung nun auf Band.


1000 Euro durch Benefizkonzert


Dass Gerald Uhlendorf durch und durch Musiker ist, zeigt auch sein Werdegang. Musik studierte und unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung 2012 durchgehend, erst in der Schule, dann an der Hochschule und schließlich bildete er eine neue Lehrergeneration im Ministerium aus. Aufgrund eines Herzleidens trat er kürzer. Weiterhin leitet er seine zwei Chöre: die Güstrower Mädels und, zum Teil aus diesen rekrutiert, Vocalpop Regenbogen.

Der Sommer ist Konzert-Hauptsaison. Vocalpop Regenbogen singt auf öffentlichen Jubiläen, aber auch bei Zeugnisvergaben und zu Geburtstagen. Eine besondere Veranstaltung ist das dreitägige Treffen des Linstower Kulturvereins zur Wolhynischen Geschichte. Jedes Jahr führt der Chor zu diesem Anlass ein Sommerprogramm auf. Als der Tornado große Schäden in Bützow verursachte, veranstalteten die Regenbogenfrauen ein Benefizkonzert und sangen 1000 Euro für den Wiederaufbau der Stadt ein.

Gesungen werden bekannte Popsongs der letzten 50 Jahre, aber auch Swing- und Gospelstücke, Balladen, einige Volkslieder und Schlager. Englische Texte übersetzt der Chorleiter ins Deutsche, damit die Zuhörer mitsingen können. Bei der Übersetzung halte er sich allerdings nicht sklavisch an das Original. „Damit es passt und schön klingt, schreibe ich manchmal etwas freier und vor allem lyrisch“, erkärt Gerald Uhlendorf. 70 Lieder hat der Chor mittlerweile in petto.

Zur Songauswahl gehören neuerdings auch Lieder von Helene Fischer und das fast schon etwas unfreiwillig. „Wir haben auf Wunsch einen Schlager der Sängerin ins Programm aufgenommen und das kam so gut an, dass viele weitere Buchungen unter der Prämisse stattfanden, etwas von Helene Fischer zu singen“, erzählen die Chormitglieder. So viel Zuspruch kann kaum ignoriert werden.

Apropos Helene Fischer: Zum 15. Jahrestag des Barlach-Theaters trug der Chor ein neues Lied der bekannten Schlagersängerin vor. Der Titel des Lieds lautet „Fehlerfrei“. Alt-Sängerin Brigitte Schroeder machte den Anfang. Von ihrem Können überzeugt schwang sie sich auf der Bühne nach vorn in Richtung Publikum, öffnete den Mund und... nichts kam heraus. „Ich hatte den Text vergessen!“, sagt sie und lacht. „Ich habe einfach alles auf Anfang setzen lassen und beim zweiten Anlauf klappte es dann.“ Der Witz war: „Viele dachten, das sei Absicht gewesen, weil die erste Zeile mit ,Verplant und verpeilt’ beginnt“, erzählt sie weiter. Die anderen Chormitglieder lachen ebenfalls herzlich über diese Anekdote. „Wir fanden das witzig und haben überlegt, ob wir diesen Anfang zum Teil des Programms machen“, scherzen sie amüsiert.

Wir möchten Ihren Chor erleben:

In unserer Serie „Chorgeflüster“ stellen wir regelmäßig Chöre aus der Region vor. Sind Sie eine tolle Sängergemeinschaft? Oder kennen Sie einen Chor, über den wir unbedingt einmal berichten sollten? Dann melden Sie sich in unserer Redaktion unter

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Wir freuen uns auf Ihre Chor-Geschichten!

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