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Hähnchenmast Wattmannshagen : BUND befürchtet Umweltprobleme

vom

Der BUND kämpft weiter, um die geplante Mastanlage bei Wattmannshagen zu verhindern. Jetzt wird darauf hingewiesen, dass der Genehmigungsbescheid für die Anlage deutliche Hinweise auf Umweltprobleme aufweist.

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 05:47 Uhr

Wattmannshagen | Der Bund für Umwelt und Naturschutz MV (BUND) kämpft weiter mit harten Bandagen, um die geplante Mastanlage für 200 000 Hühner zwischen Roggow und Wattmannshagen (SVZ berichtete) in letzter Minute zu verhindern. Jetzt reagiert Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND in MV, auf Äußerungen von Landwirt und Investor Matthias Streeb in unserer Zeitung. Sie weist darauf hin, dass der Genehmigungsbescheid für die Hähnchenmastanlage deutliche Hinweise auf gravierende Umweltprobleme durch die geplante Großanlage enthalte. "Die Genehmigungsbehörde musste den Einwand der zuständigen Forstbehörde über die Gefährdung des Waldes und des Grundwassers dort aufnehmen, damit der Anlagenbetreiber weiß, dass er zukünftig für Absterbeerscheinungen des Waldgebietes ,Kahler Bruch’ zur Verantwortung und Reparatur herangezogen werden kann", sagt Corinna Cwielag.

Im Genehmigungsbescheid könne man zudem nachlesen, dass der Anwalt des Anlagenbetreibers den Sofortvollzug der Genehmigung beantragt habe. "Damit soll die aufschiebende Wirkung von Widerspruch und Klage außer Kraft gesetzt werden. Der Bau und Betrieb der Anlage erfolgt dann aber auf eigenes Risiko. Mit einer gerichtlichen Betriebsuntersagung wie im Fall der Broilerfabrik Kuppentin muss der Betreiber rechnen", so Corinna Cwielag. Der BUND versucht mit einem gerichtlichen Eilverfahren den Baustopp zu erwirken. Streeb hatte Mitte November mit dem Bau begonnen. Eine gültige Bauerlaubnis liegt vor.

Carola Schwarz von der Bürgerinitiative Wattmannshagen rechnet durch die Hähnchenmastanlage mit erheblichen Beeinträchtigungen. "Neben der zu erwartenden gesundheitlichen Gefährdung, die durch Studien belegt ist, müssen die Anwohner auch eine enorme Wertminderung ihrer Wohnimmobilien und Grundstücke in Kauf nehmen", ist sie überzeugt. "Wir wenden uns dagegen, dass die privaten Interessen der Anlagenbetreiber vor die Interessen der Bürger gestellt werden. Im Genehmigungsantrag ist auch zu lesen, dass ein einziger Arbeitsplatz geschaffen wird. Gleichzeitig wird nicht erwähnt, dass Arbeitsplätze im Tourismussektor verloren gehen."

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