Kulturverein „Alte Synagoge“ : Bummel durch 20 Jahre Kultur

Sie stellten die Sonderausstellung zum 20. Geburtstag des Krakower Kulturvereins zusammen: Annette Bernstein, Annerose Wendt und Renate Lorenz (v.l.).
Sie stellten die Sonderausstellung zum 20. Geburtstag des Krakower Kulturvereins zusammen: Annette Bernstein, Annerose Wendt und Renate Lorenz (v.l.).

Neue Sonderausstellung dokumentiert engagierte Arbeit des Kulturvereins „Alte Synagoge“ Krakow am See

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17. März 2015, 21:15 Uhr

Einen Bummel durch 20 Jahre Kulturverein „Alte Synagoge“ Krakow am See können Besucher derzeit in einer Sonderausstellung unternehmen. Einen Tag nach der Festveranstaltung zum Geburtstag (SVZ berichtete) wurde in der Alten Synagoge, dem Sitz des Vereins im Luftkurort, die Präsentation eröffnet.

Geduldig hatten zuvor Annerose Wendt und Renate Lorenz sowie die Vereinsvorsitzende Annette Bernstein das umfangreiche Archiv gesichtet. „Es war so leicht, Material zu finden, aber so unendlich schwer, daraus auszuwählen“, beschreibt Annerose Wendt, die bis zum Ende des vergangenen Jahres an der Spitze des Vereins gestanden hatte, die Arbeit. Oft wurden einzelne Exponate hervorgeholt, begutachtet, zurückgelegt und wieder hervorgeholt. Die ausgestellten Plakate zu Veranstaltungen, die Chroniken, Zeitungsartikel und Gästebücher geben einen Einblick in einen engagierten Verein, der seit zwei Jahrzehnten für ein lebhaftes kulturelles Leben in Krakow am See sorgt.


„Gegen das Vergessen und Verdrängen“


„Selbst auferlegte Verpflichtung war, wenigstens einmal im Jahr mit einer Aktion an die Verfolgung jüdischer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern und gegen das Vergessen und Verdrängen aufzutreten“, sagt Annerose Wendt. Davon zeugen Plakate zur Ausstellung „Erinnern heißt leben“, zur Dokumentation zum 70. Jahrestag der Machtübernahme der Nationalsozialisten oder zu Vorträgen wie „70 Jahre Wannseekonferenz“. Auch thematische Ausstellungen, die Krakower Schüler unter der Leitung der Lehrerinnen Gabi Strübing und Grit Fähnrich gestalteten, gehören dazu. Ein Foto von William Wolff erinnert an die zahlreichen Besuche des Landesrabbiners in der Krakower Synagoge. „Er war sehr gern bei uns, hat uns in unserer Arbeit unterstützt und uns alle mit seiner Freundlichkeit angesteckt“, erinnerte Wendt.

Dass die Synagoge ein bevorzugter Ort für Künstler aus der Region war und ist, belegt die Präsentation ebenfalls. So finden sich Ankündigungen zu Ausstellungen von Günter Endlich, Manfried Scheithauer, Marlies Flotow, Peter Hänsel, „Bläcky“ Hellmich und anderen. Ensembles wie der Güstrower Volkschor, die Mädchenband „Bogabundas“ oder die Krakower Schreibwerkstatt gehörten zu den „Dauergästen“ der vergangenen Jahre. Eröffnet wurde die Ausstellung ebenfalls von einem Ensemble. Der Frauenchor „Milenium“ aus Krakows Partnerstadt Ujscie begeisterte wieder wie Tags zuvor mit einem Konzert. Angesichts 20 Jahren Kulturverein, 19 Jahren Städtepartnerschaft und 15 Jahren „Milenium“ fragten sich viele Besucher nach dem erstmaligen Gastspiel der Ujscier Sängerinnen im Luftkurort, warum den Krakowern diese „Perle der Kultur“ so lange vorenthalten wurde.

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