zur Navigation springen

Fleischrindbullen-Auktion im Vermarktungszentrum Karow : Bullen morgen unterm Hammer

vom

Heute findet eine Fleischrindbullen-Auktion im Vermarktungszentrum des Rinderzuchtverbandes MV in Karow bei Plau am See statt. Zuchtbetriebe aus Linstow und Laage bieten hier ihre besten Tiere an.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2012 | 09:47 Uhr

Linstow/Karow | Die beiden Bullen der Rasse Charolais sind längst ausgewählt, haben gelernt sich führen zu lassen, sich ein bisschen an ein Halfter gewöhnt, sind gestriegelt und gewaschen. "Es sind weiße Tiere, aber es gehört auch einiges dazu, sie wirklich weiß aussehen zu lassen", berichtet Olaf Baldermann. Mit zwei Bullen nimmt der Landwirt aus Linstow morgen an der Fleischrindbullen-Auktion im Vermarktungszentrum des Rinderzuchtverbandes MV in Karow bei Plau am See teil.

Heute schon werden die Tiere in Karow bewertet, gekört, rangiert und prämiert. Dabei gut und besser abzuschneiden ist wichtig, erklärt Baldermann, denn in der Reihenfolge der Bewertung gehen die Bullen in die Auktion. Kriterien für die Juroren sind u.a. die Muskelmasse, ein korrektes Skelett und der Rassetyp. "Gefragt sind Tiere mit einem gutartigen Charakter", weiß der Linstower Landwirt. 15 Monate sind die beiden Bullen alt, wiegen etwa 660 bis 670 Kilogramm. Die besten Tieren aus der Herde wegzugeben, ist für Baldermann eine Selbstverständlichkeit. Um einen Zuchtfortschritt zu erreichen, brauche es immer wieder fremde Genetik, möglichst wenig bekannte, gute Genetik, frisches Blut eben, erklärt er. Der Charolais und Salers-Zuchtbetrieb, den seine Frau Dörte Baldermann führt, kaufe selbst jährlich zwei bis drei Bullen hinzu. Nur so könne man selbst seinen Käufern immer wieder Neues, Besseres anbieten. Der Trend gehe dabei eindeutig zur Hornlosigkeit und einer gewissen Gutmütigkeit. "Ein Bulle bleibt aber dennoch ein Bulle", denkt Baldermann. Wichtig sei weiter eine hohe tägliche Zunahme. 1500 Gramm soll ein männliches Tier täglich zunehmen.

Zucht auf 600 Hektar Wiesen am Krakower Obersee

Die Teilnahme an der Auktion ist für Olaf Baldermann die Gelegenheit sich zu präsentieren, die Zucht vorzustellen und möglichst Kundschaft im Nachhinein auf den Hof zu locken. Bis zu 25 Deckbullen verkaufen die Linstower im Jahr. Dafür habe man sich schon einen ordentlichen Kundenstamm aufgebaut.

Seit 1992 züchtet man Charolais, seit 1998 auf ökologischer Grundlage. Auf rund 600 Hektar Grünlandflächen am Krakower Obersee und am Untersee stehen zwölf Herden - rund 300 Fleischrind-Kühe und ihre Nachzucht (etwa 280 Kälber im Jahr). Ein Teil der Tiere geht in die Kälberschlachtung, andere zur Mast in spezielle Mastbetriebe. Außerdem wird der Nachwuchs für die eigenen Herden aufgezogen, berichtet Baldermann. Neben den Charolais, die den Winter im Stall verbringen, bleiben etwa 80 Saler, eine sehr robuste Rasse, das ganze Jahr über auf der Weide. Existieren könne das Unternehmen nur mit Unterstützung durch Agrar-Umweltprogramme von Land und EU, betont Baldermann. Ausgleichszahlungen gebe es für die extensive Bewirtschaftung der Wiesen. Stickstoffdüngung und Pflanzenschutzmittel seien z.B. tabu. Auf einige Weiden dürften die Tiere erst im Mai, damit Bodenbrüter vorher ihre Ruhe hätten und sich die Pflanzenwelt entwickeln könne. Andere Weiden dürften erst im Juni/Juli gemäht werden, damit Gräser und Kräuter vorher aussamen können. Auf einigen Flächen dürfe zugefüttert werden, auf anderen nicht. Deshalb laute die Regel ein Tier auf einem Hektar Weideland.

Auf der Fleischrindbullen-Auktion in Karow sind 26 Züchter mit mehr als 70 Tieren, neben den Baldermanns aus Linstow auch die Mastprüfanstalt (MPA) Laage von Hartmut Münch. Morgen ab 9 Uhr können die Bullen im Stall besichtigt werden, ab 10 Uhr erfolgt die Vorstellung und Prämierung im Rind, aber 13 Uhr die Auktion. Die Charolais aus Linstow und das Fleckvieh aus Laage stehen neben den Rassen Angus, Aubrac, Gelbvieh, Limosin, Uckermärker und Weißblaue Belgier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen