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TSV Bützow : Bützower Präsidenten das Vertrauen entzogen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Karl Bittmann tritt mit sofortiger Wirkung von der Spitze des TSV Bützow zurück / Vorstand gegen seine Pläne

Diese Nachricht erschüttert den TSV Bützow. Karl Bittmann gab überraschend seinen Rücktritt als Präsident des größten Bützower Sportvereines bekannt. Bittmann begründet diesen Entschluss mit der fehlenden Rückendeckung der Führungsetage: „Der Vorstand hat mir in meinen Bemühungen um einen Kunstrasenplatz das Vertrauen entzogen. Ich habe bisher für alle Möglichkeiten geworben und große Unterstützung signalisiert bekommen. Jetzt hat der Vorstand aber Argumente gegen die Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes vorgebracht. Eine übergroße Mehrheit hat sich dagegen entschieden. Damit sehe ich meine Mission beendet und bin mit sofortiger Wirkung von meinem Amt zurückgetreten.“


Bürgermeister sieht genügend Kapazitäten


Der Großteil des Vorstandes habe vor allem Angst, dass sich der Verein finanziell übernehme, obwohl sogar Finanzexperte Wolf-Dieter Brusch auf der Seite Bittmanns war. Die Rechnung für die Finanzierung ist auch gar nicht so schwer. 50 Prozent kommen vom Landessportbund als Fördermittel, der Rest wird aus Mitteln der Kommune, in diesem Fall der Stadt Bützow, und des Vereins aufgebracht.

Genau da liegt scheinbar das Problem, denn auch Bützows Bürgermeister Christian Grüschow ist beim Bauvorhaben eines Kunstrasenplatzes vorsichtig. „Herr Bittmann war mehrmals bei mir. Wir als Stadt haben uns neutral gehalten. Angesichts eines sechsstelligen Investitionsvolumens stellt sich ganz einfach die Frage, wer das bezahlen soll“, so das Stadtoberhaupt. Seiner Meinung nach gebe es zudem genügend Kapazitäten, um den Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten. Neben den vier Feldern auf dem Sportplatz am Wall steht auch der Sportplatz am Vierburgweg zur Verfügung. Zur Erhaltung dieser Sportstätten und der Wilhelm-Schröder-Sporthalle steuert die Stadt jährlich ohnehin schon 165 000 Euro bei. Für den Bau eines Kunstrasenplatzes wäre eine deutlich höhere finanzielle Aufwendung nötig.

„Es gibt sicher Möglichkeiten, das hinzubekommen. Doch wenn man nur die negativen Dinge sieht und über sie spricht und nicht den Mut und die Kraft aufbringt, ein tolles Ziel anzustreben, bleibt mir keine andere Wahl“, sagt Karl Bittmann, der 24 Jahre an der Vereinsspitze stand. „Sicherlich habe ich mir meinen Abgang anders vorgestellt. Aber ich muss meiner inneren Stimme folgen“, so der 66-Jährige.

Dabei sind Probleme für Bittmann nicht neu. Auch in der Vergangenheit meisterte der Verein alle Widerstände. „Da war zum Beispiel die Zeit nach der Wende, als der Verein kein Geld hatte. Oder der Bau des Vereinsheims, als viele behaupteten, dass wir das nicht stemmen können. Doch das haben wir“, sagt der Katelbogener. Bittmann hinterlässt auf jeden Fall einen Verein auf stabilen Beinen, mit dem er auch sportlich viele tolle Momente verbindet. „Wir haben ein tolle Entwicklung eingeschlagen. Ich möchte keinen einzigen Tag missen“, sagt er.

Der Vorstand wollte sich gestern übrigens nicht genauer zum Rücktritt Bittmanns äußern, bekundete aber durch Vorstandsmitglied Michael Kloß sein Bedauern. Zudem gab es eine allgemeine Pressemitteilung auf der Internetseite des Vereins: „Der langjährige 1. Vorsitzende Karl Bittmann, hat nach mehr als 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Unser Verein dankt Karl Bittmann für sein erfolgreiches und langjähriges Engagement, besonders für die Entwicklung des Kinder- und Jugendsportes in der Stadt Bützow.“ Vorrübergehend übernimmt Stellvertreterin Kristin Dahlmann die Aufgaben Bittmanns. Wie lange, ist unklar. „Der Vorstand hat sich die Aufgabe gestellt, der Mitgliederversammlung zeitnah einen Vorschlag zur Besetzung dieser Funktion zu unterbreiten“, heißt es vom Vorstand. Einen Gedankenaustausch gab es bereits. „Wir haben eine Reihe von Namen zusammengetragen. Es gibt Personen, die in Frage kommen, die wir zeitnah ansprechen werden“, sagt Thomas Blum, Leiter der Abteilung Handball, der bei einer erweiterten Vorstandssitzung mit am Tisch saß, um die Nachfolge zu diskutieren.


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