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Gerichtsbericht : Bützower Dachdecker bleibt in Haft

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Der Bundesgerichtshof bestätigte in der vergangenen Woche das Urteil der 3. Großen Strafkammer des Landgerichtes Rostock vom 20. Dezember 2013 gegen den Bützower Dachdecker Ralf St. (31). Der Angeklagte war des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zum Nachteil des 31-jährigen Dennis H. für schuldig befunden und zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden (SVZ berichtete).


Mit Hammer ins Gesicht geschlagen


Die Beweisführung hatte ergeben, dass Ralf St. am 14. Juli 2013, provoziert durch Dennis H., in großer Wut mit einem ein Pfund schweren Hammer und einem Besenstiel in die Wohnung des Bruders Tobias H. in der Langen Straße in Bützow stürmte. Die Brüder und ein weiterer Gast sahen sich gerade das Benefizfußballspiel Bayern München gegen Hansa Rostock an. Dennis H., der den Krach auf der Treppe hörte, kam dem Angeklagten arglos entgegen. Ralf St. schlug ihm sofort mit dem Hammer ins Gesicht. Gekrümmt und blutüberströmt wich Dennis H. zurück. Er war zu keiner Gegenwehr mehr fähig. Nun folgten wechselseitig Schläge mit Hammer und Besenstiel auf den Körper des Opfers. Als Motiv der Tat wurden die ständigen handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern und dem Angeklagten genannt, der dabei immer den Kürzeren zog.

Ralf St. hätte mit bedingter Tötungsabsicht gehandelt, hieß es in der damaligen Urteilsbegründung. Das Opfer sei von der Tat überrascht worden. Als Dachdecker hätte Ralf St. die Gefährlichkeit eines Hammerschlages gekannt. Er sei heimtückisch vorgegangen und hätte dem Verletzten anschließend nicht geholfen. Zu Gunsten des Angeklagten rechnete das Gericht aber, dass er Tage vor der Tat von dem Opfer erneut provoziert wurde.


Verteidigung spricht von Notwehrreaktion


Die Verteidigung hatte mit einer Notwehrreaktion ihres Mandanten argumentiert und auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren plädiert. Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte dagegen eine Freiheitsstrafe von acht Jahren gefordert.

Die ganze Tat am Nachmittag des 14. Juli 2013 soll nach Zeugenaussagen höchstens eine Minute gedauert haben. Aber sie reichte aus, um das Leben des Ralf St. völlig zu verändern. Er hatte bisher ein achtbares Leben geführt, absolvierte die Hauptschule in Bützow, erlernte den Beruf eines Maurers und folgte seinem Bruder als Dachdecker nach Holland. Hier war er von 2007 bis Januar 2013 tätig. Dann wurde er arbeitslos und geriet in die Kreise des Dennis H., der, wie auch Bruder Tobias in den Tag hinein lebe, wie der Vorsitzende Richter die Lebensart der Brüder beschrieb.


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