Hilfe für Flüchtlinge : Bützow hilft mit Fahrrädern

In der zur Fahrradwerkstatt umfunktionierten Garage machen Alfred Jakobs (l.) und Jürgen Wolff alte Drahtesel wieder verkehrstauglich.
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In der zur Fahrradwerkstatt umfunktionierten Garage machen Alfred Jakobs (l.) und Jürgen Wolff alte Drahtesel wieder verkehrstauglich.

Alfred Jakobs und Jürgen Wolff reparierten gemeinsam mit Flüchtlingen gebrauchte Drahtesel / Werkstatt bleibt über Winter geschlossen

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22. September 2015, 06:00 Uhr

Eine lange Schlange, viele umgedrehte Fahrräder und jede Menge Werkzeug – so sah es den ganzen Sommer über vor der Garage aus, die einige Ehrenamtliche in eine Fahrradwerkstatt umfunktioniert hatten. Alte Drahtesel – alles Spenden von Bützowern – wurden hier für die in der Warnowstadt untergebrachten Flüchtlinge wieder aufgepeppelt. Nun geht das Projekt erst einmal in die Winterpause, eine Fortsetzung im Frühjahr des kommenden Jahres ist aber jetzt schon geplant.

Mit dabei sein werden auch Jürgen Wolff und Alfred Jakobs. Die beiden Rentner haben von Juni bis Ende August jeden Mittwoch die Fahrradwerkstatt betreut und dafür gesorgt, dass die Fahrräder auch in ordentlichem Zustand ihre Besitzer wechseln. Etwa 40 bis 50 Räder seien es gewesen, sagt Jürgen Wolff. Und dabei kam jede Altersklasse auf ihre Kosten. „Vom Kinderfahrrad bis zum Mountainbike war alles dabei“, sagt Alfred Jakobs. Die große Nachfrage habe ihn erstaunt. „An manchen Tagen bildete sich eine richtige Schlange vor der Garage. Dann mussten wir leider auch einige Leute wieder nach Hause schicken“, erzählt Jakobs.

Viele Bützower haben das Projekt unterstützt. „Die Leute haben teilweise wirklich tolle Räder gebracht, für die sie einmal viel Geld bezahlt haben und die noch in sehr gutem Zustand waren“, sagt Wolff. Die Räder, die dagegen nicht mehr so gut in Schuss waren, wurden vor Ort repariert. Kompliziertere Probleme wie beschädigte Gangschaltungen wurden von Experten behoben.

Aber auch die Flüchtlinge selbst haben mit angepackt. „Einer von ihnen hat fast jede Woche mitrepariert“, sagt Alfred Jakobs. Die Kommunikation sei teilweise in gebrochenem Englisch, in vielen Fällen aber auch mit Handzeichen abgelaufen. Während ihrer Arbeit in der Fahrradwerkstatt haben Jürgen Wolff und Alfred Jakobs vor allem eins gespürt: Dankbarkeit. „Diese Arbeit hat uns richtig Spaß gemacht, weil man den Menschen ihre Freude angemerkt hat“, sagt Jürgen Wolff. „Die Sache lag einem schon sehr am Herzen“, fügt Alfred Jakobs hinzu.

Bei den Flüchtlingen, die in Bützow untergebracht sind, sind die beiden Männer durch ihr ehrenamtliches Engagement inzwischen besonders beliebt. „Im Stadtbild grüßen wir uns immer. Das geht manchmal bis zum Küsschen auf die Wange“, sagt Jürgen Wolff.

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