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SVZ-Serie : Büttenreden mögen die Krakower nicht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Am 11. 11. um 20.11 Uhr startet der Krakower Karnevalsclub in seine 61. Saison.

Immer freitags ist Großkampftag. Da treffen sich mehrere Gruppen des Krakower Karnevalsclubs (KKC) zum Training. Kurz vor dem Start in die neue Saison wird sogar an zwei Tagen geübt. Und der Brückentag zum Reformationsfest soll eine kleine Mini-Generalprobe werden, bei der auch die auswärtigen KKC-Mitglieder in das Programm integriert werden. „Wir haben Mitwirkende, die leben in Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und anderen Städten. Denen schicken wir ein Video, wie die Tänze aussehen sollen, und sie üben zu Hause“, erklärt Katrin Fuhrmann, stellvertretende Präsidentin und Gruppenleiterin der Prinzengarde.

Die Stunde der Wahrheit bricht in diesem Jahr am 11.11. um 20.11 Uhr an, wenn der KKC mit einem neuen Programm in seine 61. Session startet. „Dieses Mal passt es mit dem Datum, denn der 11. November fällt auf einen Sonnabend“, sagt Präsident Jens Deitemeyer. Kommt es nicht so hin, sind die Krakower auch als „Frühstarter“ bekannt. Im vergangenen Jahr feierten die KKC-Narren schon am 5. November, was in der Szene mit etwas Nasenrümpfen quittiert wurde. „Wir sehen uns auch gern Programme anderer Karnevalsvereine an und haben dann dafür Zeit“, verteidigt Schatzmeisterin Regina Weltzien einen früheren Termin.

Das Kalenderjahr begann für drei Krakower Karnevalisten mit einer Riesenüberraschung. Für ihr Engagement im Verein wurden Regina Weltzien, Carmen und Katrin Fuhrmann auf dem Neujahrsempfang der Stadt mit dem Ehrenamts-Diplom ausgezeichnet. Karneval wird in Krakow am See seit über 60 Jahren gefeiert und zeichnet sich durch weitere Besonderheiten aus. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der große Maskenball, der am Wochenende vor Rosenmontag im Kalender steht. Das ganze Jahr über werkeln Krakower im Verborgenen, um zum Maskenball ein originelles Kostüm nach einem selbst gewählten Thema zu präsentieren. „Und das ist streng geheim, nichts darf vorher in die Öffentlichkeit dringen. Ich kenne ein Haus, in dem gehen Wochen vor dem Maskenball die Rollläden zum Bastelzimmer gar nicht mehr hoch“, erzählt Regina Weltzien. Teil des Vergnügens ist, den Abend über zu rätseln, wer hinter welcher Maske steckt. Man habe als erfahrener Karnevalist einige Anhaltspunkte, aber nicht immer liege man da richtig, so der Vereinschef.

Gleich nach dem Aschermittwoch machen sich die Krakower Narren Gedanken über das nächste Programm. „Nach der Saison ist vor der Saison“, sagt Katrin Fuhrmann, die das rege Vereinsleben und den Zusammenhalt im KKC lobt. So stehen übers Jahr Radtouren, Feste und Grillabende im Kalender, aber die Karnevalisten beteiligen sich auch am Frühjahrsputz im Luftkurort oder bereichern das Programm des Stadtfestes. Erst kürzlich fuhren Vereinsmitglieder zum Oktoberfest nach Linstow, erzählt die Vize-Chefin.

Ein Motto haben die Krakower für ihr Programm nicht. „Das würde die Kreativität der Maskenbauer einschränken, viele Doppelungen wären zu befürchten“, begründet Deitemeyer. Auch Büttenreden findet man nicht im Programm. „Die mögen die Krakower nicht“, sagt Regina Weltzien. Aber zwei Kinder- und zwei Mädchengruppen, eine Mix- und eine Gesangsgruppe, die Prinzengarde und das Männerballett werden schon für Furore sorgen, wenn Prinz Marco und Prinzessin Isabelle am 11. 11. die fünfte Jahreszeit eröffnen, sind sich alle sicher.

 


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