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Dehmen : Bürgerprotest gegen neue Zentralküche

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Diakonie plant Erweiterung auf Wichernhof: Bürger unterzeichnen Petition gegen den Bau. Die Gemeinde versagt ihr Einvernehmen.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 12:09 Uhr

Im beschaulichen, abseits gelegenen Dehmen gibt es Protest gegen den Bau einer Zentralküche auf dem Wichernhof Dehmen des Diakonievereins Güstrow. 41 Bürger – 95 Prozent der Einwohner – unterschrieben eine Petition an die Gemeindevertreter Glasewitz. Mit einem ersten Erfolg. Die versagten einstimmig dem Vorhaben das so genannte gemeindliche Einvernehmen. Bürgermeister Harald Berndt: „Ich hoffe, dass das ein Denkanstoß für die Diakonie ist, alles noch einmal zu überdenken.“ Dabei glaube er schon zu wissen, dass der Protest keine Chance haben wird, wenn der Investor alle Vorschriften einhält.


Täglicher Betrieb von 6 bis 2 Uhr


An die Spitze des Protestes setzte sich Andreas Werner. Mitstreiter sind auch z.B. Frank Lehmann, Christian Jänicke sowie Margitta und Reinhard Krethlow. Die Unterzeichner werfen gegen den Bau Verkehrs- und Lärmbelastungen in die Waagschale. Andreas Werner: „Der Betrieb soll von 6 bis 2 Uhr täglich laufen. Das passt nicht in das Dorf.“ Werner führt weiter die jetzt schon schlechte Straße an. „Wer setzt sie instand oder baut sie neu, wenn sie ganz kaputt ist, und wer bezahlt das?“, sieht er Kosten auf die Dehmener zukommen. Der plausibelste Ablehnungsgrund ist für die Initiative jedoch: Die Küche sei viel besser im nahe gelegenen Gewerbegebiet Glasewitzer Burg oder in der Bredentiner Straße in Güstrow aufgehoben, zumal der Wichernhof mit geschätzten zehn Prozent der kleinste Abnehmer der Produktion sein werde. Auch die Größe der Küche wird in Frage gestellt. Als das Projekt vor drei Jahren das erste Mal vorgestellt wurde, sei von 800 Essenportionen täglich die Rede gewesen, so Andreas Werner, jetzt seien es 1500. Ein weiterer entscheidender Kritikpunkt ist für die Dehmener aber auch, dass der Diakonieverein aus ihrer Sicht nicht freiwillig darüber informiert hat, sondern erst auf Druck, als sich der Protest formierte.


Diakonie: Vorgaben werden eingehalten


Die Wogen der Erregung zu glätten versucht Christoph Kupke. Der Vorstand des Diakonievereins Güstrow zeigte sich „überrascht“ von den Einwänden. In Dehmen sei die Infrastruktur für das Projekt vorhanden, es würden dort 28 Arbeitsplätze entstehen, und eine wichtige Einrichtung werde direkt von der Küche beliefert. Kupke: „Wir wollen das Dorf aufwerten.“ Laut Geräuschgutachten liege man im gesetzlichen Rahmen, versichert er. Ja, es werde mehr Lieferverkehr geben, jedoch nicht von solcher Intensität wie von vielen im Dorf jetzt befürchtet. Sammellieferung der Produkte erspare viele Einzelfahrten. Kupke spricht von „wenigen Anfahrten in der Woche“. Abgefahren werde das Essen mit Kleintransportern. Und vom Gesamtumfang müsse man schließlich die derzeitigen Lieferdaten auch wieder abziehen, meint der Vorstand. Vier Tage Produktion seien wöchentlich vorgesehen.


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