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Ausblick 2017 : Bürgermeisterin weg: Laage unter Zwangsverwaltung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Was uns 2017 blühen kann – oder auch definitiv nicht . Eine postfaktische Kaffeesatzleserei unserer Redaktion.

von
erstellt am 02.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Wie zu jedem Jahresbeginn ist die Lokalredaktion wieder mutig: Sie las im Kaffeesatz, was in der Region in diesem Jahr passieren wird – oder auch nicht. Gar nicht so leicht, im Zeitalter des Postfaktischen die Wahrheiten unter den Fakenews herauszufiltern. So viel steht schon mal fest: Da 2017 mehrere wichtige Wahlen anstehen, drehen sich auf dem Kandidatenrummel die Karussells auch wie geschmiert.

Januar: Nach langem Hin und Her ringt sich die Laager Stadtvertretung zu einer Kampfabstimmung durch: Ilka Lochner, die nach Berlin abwandern will, wird mit hauchdünner Mehrheit von ihrem Bürgermeisteramt entpflichtet. Bange Frage: Wer soll’s jetzt bloß machen?

Februar: In Krakow am See wird eine Diskussion zur Belebung der Innenstadt erneut abgesagt. Da inzwischen alle Immobilien voll sind, so dass sich nicht mal mehr ein Fleckchen für die Kirchenkleiderkammer findet, hat sich das Thema ganz von selbst erledigt.

März: Der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Laage ist entbrannt. Bis zum Meldeschluss hat sich bloß noch kein Kandidat gemeldet, niemand mag die verwaisten, großen Schuhe anprobieren. Eigentlich wäre wieder eine Frau heiß gehandelt. Aber die eine will nicht (mehr), eine andere ist (nur für den Posten!) zu alt, wieder eine andere will (noch) nicht. Was nun?

April: Der Landkreis schreibt wieder mal die Position eines Beigeordneten für den Landrat aus. Bedingung: Der Bewerber muss fachlich perfekt sein. Völlige Unkenntnis über Parteipolitik wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

Mai: Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die Bürgermeisterwahl in Laage muss abgesagt werden, da sich kein Kandidat fand. Der Innenminister entscheidet resolut: Laage bekommt eine Zwangsverwaltung, durch Diekhof. Weil Ex-Bürgermeister Uwe Heinze den Anschluss an die Stadt forcieren soll und weil er sich sowieso auskennt, bekommt er den Rathaus-Chefsessel gleich mit aufgedrückt. Zu spät bemerkt Caffier, dass Heinze ja in der falschen Partei ist.

Juni: Der Ersatzbau für die alte Sporthalle in Laage wird unverhofft gestoppt. Da der Carnevalsclub Lawena (CCL) künftig noch sportlich-rasantere Feten abziehen will, wird seine Heimstätte, das Albertinum, zur neuen Sporthalle umgebaut.

Juli: Und noch ein Bürgermeister wird gesucht: ein Nachfolger für Arne Schuldt in Güstrow.

August: Das Fischerfest in Krakow am See wird ein voller Erfolg. Nach erstmaliger Ausschreibung fällt sogar ein Batzen Gewinn für die Stadt ab. Die kann damit eine weitere Kulturstelle bezahlen. Nur wozu, da die Kultur doch von ganz alleine läuft?

September: Der Amtsinhaber wischt sich die Angstperlen von der Stirn: Güstrow sucht doch keinen Nachfolger für seinen Bürgermeister. War ’ne Meldung aus der Fakenewskiste. Die Wahrheit: Schuldt macht nach 14 Jahren einfach weiter, das hat weitere Bewerber abgeschreckt. Das Wahlergebnis ist unter diesen Umständen vorhersehbar: 100 Prozent Zustimmung. Bis zum Amtsantritt wird im Wahlbüro verzweifelt gezählt, bis das wahlmüde Volk endlich die Mindestwählerzahl erreicht hat, damit die „Wahl“ auch gewertet werden kann.

Oktober: Die Wahl des künftigen Beigeordneten für den Landrat verläuft unproblematisch, die Mehrheiten kennen ihren verabredeten Bewerber ohnehin schon lange. Es ist… ach, das ist ja ein Geheimnis, wer im Kreistagssaal Stühlchen wechsel dich spielt.

November: Die alte Trauerhalle auf dem Krakower Friedhof wird klammheimlich abgerissen. So soll Bürgermeister Geistert endlich zum Neubau gezwungen werden. Makabere Stimmen behaupten, die neue steht deshalb noch nicht, weil der Bürgermeister der erste sein will, der sie braucht. So lange will aber keiner mehr warten.

Dezember: Fast-Ruheständler Wolfgang Kraatz, der endlich mal in Ruhe Weihnachten vorbereiten wollte, darf seinen Beigeordnetenposten noch nicht verlassen. Der Grund: eine Panne beim Ausstellen der Ernennungsurkunde für seinen Nachfolger. Ein Ministerialbeamter hatte einen falschen Buchstaben geschrieben, hatte dabei an einen berühmten Kommissar gedacht .

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