Güstrow : Bürgermeister kassiert ab

Güstrow: Arne Schuldt setzte sich zum Cap-Markt-Jubiläum an die Kasse

svz.de von
06. Juli 2014, 06:00 Uhr

Bürgermeister Arne Schuldt kassierte Sonnabend ab – aber nicht im Lotto. Sondern er setzte sich für eine halbe Stunde am Vormittag an eine Kasse des Cap-Marktes in der Elisabethstraße. In den 30 Minuten riss die Schlange nicht ab. Unter den Augen von Marktleiter Jens Ohde klappte das alles. „Der Bürgermeister machte seine Sache gut“, so Ohde.

Auch Helga Frohreich bescheinigte Arne Schuldt, gut bedient worden zu sein. „Ich habe ihm aber auch gesagt, dass er nun mal erleben kann, welche schwere Arbeit Kassiererinnen zu leisten haben“, erzählte die Rentnerin, die gleich um die Ecke wohnt und den Markt ständig besucht, SVZ.

Der Markt und sein zehnjähriges Bestehen war der Anlass, dass der Bürgermeister den Wunsch der Diakonie, die den Cap-Markt betreibt, für eine halbe Stunde Kunden zu bedienen, gern erfüllte. „Die Stadt hat zur Diakonie eine besondere Beziehung, denn die ist für viele Arbeitgeber, aber auch besonders im sozialen Bereich“, erklärte Schuldt sein Ja. Besonders im Cap-Markt sieht er einen interessanten Ansatz, Behinderte in das normale Leben zu integrieren, ihnen eine Beschäftigung zu ermöglichen und vor allem mit Menschen ständig in Kontakt zu kommen. Seine Arbeit als Kassierer für den Moment sah er deshalb als Verpflichtung.

Schuldt freut sich aber auch, dass die Diakonie in der Innenstadt ihren Cap-Markt erweitert. Ab 14. Juli kann man dort einkaufen. Offizielle Eröffnung ist der 1. August.

Geschäftsführer Bernd Tolander bekräftigt das besondere Engagement der Diakonie mit der Cap-Marktgründung vor zehn Jahren in der Elisabethstraße. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistiger Behinderung und Lernbehinderungen ist es für ihr Selbstvertrauen sehr wichtig, eine sinnvolle Aufgabe zu haben“, erklärt er. Nach Prüfung des Konzeptes ging es am 5. Juli 2004 los. Eine Bedingung war dabei, dass der Markt nicht auf der grüne Wiese sondern in einem Wohngebiet ist. Mit Hilfe der Aktion Mensch wurden sieben Arbeitsplätze geschaffen, davon fünf für Menschen mit Handicap. In den Jahren wurde der Markt mehrfach umgebaut. 2011 kam ein „Cappuccino“ mit Kaffee, Kuchen und Imbiss dazu. Heute hat der Markt 13 Mitarbeiter, davon sechs mit Handicap. Tolander: „Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, arbeiten an der Kasse, räumen die Ware ins Regal und bedienen an der Cappuccino-Theke.“


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