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Wasseranalyse : Brunnenwasser in Region mit Nitraten belastet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Aktuelle Messergebnisse liegen vor / Umweltschützer der VSR-Gewässerschutz warnen

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die bei der Informationsveranstaltung am 28. Mai in Güstrow abgegeben wurden. In fast einem Drittel der analysierten Proben habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter gelegen, informiert Diplom-Physiker Harald Gülzow. Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 29 privat genutzten Brunnen aus der Region um Güstrow analysiert. Die Gewässerexperten warnen jetzt vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. „Es kommt dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser“, sagt Gülzow.


Nitratbelastungen über Grenzwert


Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden 120 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Rum Kogel. Weitere sehr stark mit Nitraten belastete Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Tarnow mit 106 Milligramm pro Liter (mg/l), in Bützow mit 69 mg/l, in Schweez mit 70 mg/l, in Lüchow mit 102 mg/l, in Lalendorf mit 69 mg/l und in Hoppenrade mit 64 Milligramm fest. „Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen“, erklärt Gülzow. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser müsse man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr komme. Nur wenn man diese in seine Berechnung, mit wie viel Stickstoff die angebauten Pflanzen gedüngt werden müssten, einbeziehe, könne eine unnötige Nitratanreicherung verhindert werden.

Nicht nur Brunnenbesitzer, sondern auch die öffentliche Wasserversorgung sei darauf angewiesen, dass das Grundwasser den Grenzwert von 50 mg/l nicht überschreite. Die Schuld sieht Gülzow vor allem in der Überdüngung der Landwirtschaft.

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