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Flugunfall geübt : Bruchlandung auf Laager Rollfeld

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Großschadenslage auf Flughafen Rostock-Laage simuliert. Fast 370 Rettungskräfte im Einsatz.

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Ein ohrenbetäubender Knall – weißer Rauch am Himmel. Noch ehe dem erschrockenen Betrachter klar wird, was gerade passiert ist, kracht es ein weiteres Mal. Bumm! Menschen zucken zusammen, Blicke huschen über das weite Flugfeld. Der weiße Rauch steigt kerzengerade in den hellblauen Himmel, gegen den nur wenige zarte Wolken gehaucht sind. Es könnte ein schöner Tag sein. Doch auf dem Flughafen Rostock-Laage gibt es drei Tote und 33 verletzte Passagiere – das traurige Ende einer Bruchlandung. Hunderte Rettungskräfte rücken sofort aus. Geschehen am Sonnabend auf dem größten Flughafen in MV. Hier simulierte der Landkreis mit zahlreichen Einsatzkräften einen Flugunfall. Alle zwei Jahre wird eine solche Übung absolviert. Sie dient der Verzahnung der verschiedenen Rettungskräfte vor Ort bei einer Großschadenslage. In diesem Fall ist ein Flugzeug bei der Notlandung auf der Startbahn aufgeschlagen.


Riesiges Aufgebot an Einsatzkräften


Gegen 10.10 Uhr rollen die ersten riesigen Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr Rostock-Laage zu der Lufthansa-Maschine Typ Airbus A 319. Während sie sich schnell nähern schießt Wasser aus den Löschkanonen. Die Rettungsfahrzeuge kommen direkt vor dem Flugzeug zum Stehen, das Sonnenlicht lässt die Tragflächen glitzern. Behelmte Männer und Frauen in langer, schwerer Sicherheitskleidung springen aus den drei Feuerwehrwagen. Sie sind die ersten vor Ort. Insgesamt elf Wehren aus dem Umkreis sind in die Übung involviert, die Feuerwehren Güstrow, Kritzkow, Schwaan, Laage, Liessow, Diekhof, Dummerstorf, Hohen Sprenz, Pankelow/Schlage, Plaaz und Sarmstorf ebenso wie die Polizei Güstrow, das Landeskommando MV und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder der ASB. Mit einem Großaufgebot von fast 370 Einsatzkräften übt man den Ernstfall.

Keine 100 Meter von der notgelandeten Maschine steht ein Pulk aus roten und weißen Fahrzeugen, die Blaulichter blitzen wie Gewitter. Immer wieder stoßen neue Einsatzfahrzeuge zu der Sammelstelle, bringen neue Trupps heran. Geordnet eilen die Rettungskräfte in das Flugzeug. Als sie wieder zurückkommen schleppen sie Tragen hinaus – Tragen mit simulierten Verletzten, auch mit Toten – Statisten der Polizeischule Güstrow. Ein beklemmendes Gefühl bleibt dennoch bestehen.


Positives Fazit und Lob für Ehrenamtliche


Die erste Pressemeldung kommt um 10.55 von Kreissprecher Michael Fengler. Es heißt, 65 Passagiere waren im Flugzeug, plus eine unbekannte Anzahl an Besatzungsmitgliedern. Ob und wie viele Verletzte es gäbe, sei noch unbekannt, die wartenden Angehörigen werden betreut. Rettungswagen brettern über das Rollfeld, fahren vom Airbus zu einem provisorischen Zeltlazarett vor Ort und wieder zurück. Die Sonne erreicht ihren Zenit, die Übung dauert bereits fast zwei Stunden. Schließlich gegen 12 Uhr die zweite Meldung des Pressesprechers und das Ende der Übung.

Stephan Meyer, Dezernatsleiter für Inneres und Ordnung beim Landkreis Rostock, zieht ein positives Fazit. „Das Übungsziel war das Retten, Bergen und Transportieren der Verletzten. Dieses Ziel haben wir erreicht“, so Meyer. Die Rettungskette habe funktioniert. „Besonders die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte, also der Feuerwehren, zivil und militärisch, und Hilfsorganisationen, der Polizei, des Flughafens und des Kreises.“ Auch den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer würdigt Meyer und zeigt sich froh über die Einsatzbereitschaft und Professionalität.

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