200. Geburtstag : Brinckman mit Hochdruck gereinigt

Heiko Dolinsky rückt  dem Gedenkstein für John Brinckman auf dem Güstrower Friedhof mit Hochdruck zu Leibe.
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Heiko Dolinsky rückt dem Gedenkstein für John Brinckman auf dem Güstrower Friedhof mit Hochdruck zu Leibe.

Grabanlage von John Brinckman auf Güstrower Friedhof wird verschönert / Vielfältige Initiativen vor 200. Geburtstag im nächsten Jahr

svz.de von
17. Dezember 2013, 06:00 Uhr

An der Grabanlage für den niederdeutschen Dichter John Brinckman (1814 bis 1870) auf dem Güstrower Friedhof haben umfangreiche Pflege- und Sanierungsmaßnahmen begonnen. Mitarbeiter der Steinmetz-Firma Borgwardt nahmen in der vergangenen Woche eine erste Reinigung des Gedenksteins vor. Die vor dem Stein liegenden drei Grabplatten, die an Brinckmans Frau Elise (1821 bis 1904) und die zwei mit in der Anlage bestatteten Töchter Helene und Therese Brinckman erinnern, wurden in die Werkstatt gebracht. „Dort werden sie gereinigt, auf Schäden untersucht und wieder instand gesetzt“, sagt Mitarbeiter Heiko Dolinsky. Die Grabanlage wird anlässlich des 200. Geburtstages des Dichters im kommenden Jahr auf Vordermann gebracht.

Vorangekommen sind auch die Pflegearbeiten. „Wir haben die alte Bepflanzung entfernt und ausgelichtet. Teilweise waren auf der Anlage schon Bäume gewachsen“, sagt Friedhofsverwalter Holger Büttner. Inzwischen sind neue Pflanzen bestellt, die in dieser Woche in den Boden gebracht werden sollen. „Die Hecke um die großzügige Anlage wird erneuert und Bodendecker gepflanzt, damit alles bis zum Brinckman-Jubiläum angewachsen ist“, verspricht Büttner.


Güstrower Plattsnacker bringen sich ein


Die Voraussetzungen für die Arbeiten an der Grabanlage haben die Güstrower Plattsnacker geschaffen. Die Freunde der niederdeutschen Sprache fühlen sich unter dem Dach der John-Brinckman-Gesellschaft besonders dem Werk des plattdeutschen Dichters, der seine letzten 21 Lebensjahre in Güstrow verbracht hat, verbunden. „Das Brunnenfest in diesem Jahr haben wir zum Anlass genommen, um eine Spendenaktion für die Sanierung des Brinckmangrabs zu starten“, erinnert sich Plattsnacker-Mitglied Dieter Kölpien. Über Büchsensammlungen sowie Spenden von Güstrower Firmen und Bürgern kam das erforderliche Geld schnell zusammen, so dass die Aufträge ausgelöst werden konnten. Beteiligt haben sich auch die Schüler des seit 1934 Brinckmans Namen tragenden Gymnasiums. Sie steuerten den Erlös eines Kuchenbasars bei. Die feierliche Übergabe der sanierten Anlage soll nun am 3. Juli 2014, dem 200. Geburtstag Brinckmans, erfolgen. Eine zentrale Gedenkfeier unter dem Motto „John Brinckman 200“ wird es an dem Tag übrigens im Festsaal des Rostocker Rathauses geben. In der Hansestadt wurde der Dichter geboren.

Im Umfeld des Jubiläums gibt es weitere Aktivitäten. So planen die Plattsnacker die Aufführung eines niederdeutschen Programms im Barlachtheater. In Vorbereitung befindet sich die erste Brinckman-Bildbiografie „John Brinckman. Bilder aus einem norddeutschen Dichterleben von 1814 bis 1870“. Die Publikation, an der u. a. der Güstrower Fotograf Uwe Seemann mitarbeitet, soll im Frühjahr erscheinen. Leben und Werk des Dichters werden vom 11. bis 13. April während der gemeinsamen Jahrestagung der John-Brinckman- und der Fritz-Reuter-Gesellschaft in Stavenhagen auf dem Programm stehen. Und schließlich liegt den Güstrower Stadtvertretern ein Antrag vor, John Brinckman postum die Ehrenbürgerschaft der Barlachstadt zu verleihen.

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