WM-Duell : Brasilianer drücken Deutschland die Daumen

Brasilien und Deutschland vereint:  Rolf Wolgien, Eneida Wolgien und Ehemann Günther Wolgien (v.l.) fiebern dem heutigen WM-Spiel entgegen. Im Schloss Charlottenthal ist dafür alles vorbereitet.
Brasilien und Deutschland vereint: Rolf Wolgien, Eneida Wolgien und Ehemann Günther Wolgien (v.l.) fiebern dem heutigen WM-Spiel entgegen. Im Schloss Charlottenthal ist dafür alles vorbereitet.

WM-Duell heute Abend: Steakhaus in Charlottenthal erwartet viele Gäste zum Spiel Brasilien – Deutschland

von
08. Juli 2014, 06:00 Uhr

Wenn heute Abend der Ball im heißen WM-Duell zwischen Brasilien und Deutschland rollt, kochen auch im Schloss Charlottenthal die Emotionen hoch: die Brasilianer Eneida und Günther Wolgien haben ihr Steakhaus komplett für das Halbfinale hergerichtet. Die Zuwanderer mit deutschen Wurzeln sind fußballverrückt – und sie drücken Deutschland die Daumen.

Alle WM-Spiele haben die Wolgiens bisher gezeigt. „Die deutschen Partien waren leider meist zu ungünstigen Zeiten, daher kamen zu den Brasilienspielen mehr Leute“, stellt Günther Wolgien fest. „Doch heute Abend wird es anders. Es kommt zum direkten Duell und wir erwarten viele Gäste.“ Auch viele Brasilianer aus Güstrow und Rostock wollen nach Charlottenthal ins Schloss kommen.

„In der WM-Zeit verkaufen wir mehr Caipirinhas, als sonst“, freut sich Eneida Wolgien. Beim Spiel heute Abend bleibt sie ganz entspannt: „Ich gewinne so oder so, entweder siegt mein Heimatland oder meine Wahlheimat.“ Günther Wolgien hingegen ist sich sicher: „Deutschland gewinnt mit 4:0. Die Brasilianer spielen nicht so gut.“

Beide halten über das Internet Kontakt mit der Heimat – sie kommt aus Sao Paulo, er aus Südbrasilien. „Ich habe durch die Technik gar nicht das Gefühl, so weit weg zu sein“, sagt die Schlossbesitzerin. „Der Protest vor dem Turnier in Brasilien war richtig, es wurde zu viel Geld für neue Stadien ausgegeben, aber nun ist Weltmeisterschaft und alle fiebern mit. Es ist wie ein Virus der einen alle vier Jahre überfällt.“ Günther Wolgien arbeitete vor seinem Umzug nach Deutschland bei Mercedes. „Die Produktion stand immer still, wenn ein Fußballspiel war, selbst die Chefs kamen im Trikot.“

Heute werden Zuschauer aus beiden Ländern zusammen die Begegnung verfolgen. „Da ist jeder ein großer Fußballexperte. Gewinnt Brasilien wird die ganze Nacht gefeiert, verlieren die Südamerikaner, fallen die Fans in eine Schockstarre“, ist sich Wolgien sicher. „Wer den Ausgang richtig tippt, bekommt zwei Liter Bier, wir haben ein extra großes Glas“, verspricht der Steakhaus-Besitzer. Am Wochenende stehen zwei weitere Partien an. „Wenn Brasilien gegen Argentinien spielt, kommen unsere Freunde aus Dersentin, die haben argentinische Wurzeln und es wäre ein tolles Derby“, freut sich Eneida Wolgien. „Jetzt gilt es aber erstmal Daumen zu drücken, dass unsere Elf gewinnt und die Südamerikaner um Platz drei spielen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen