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Großeinsatz in Güstrow : Brandkatastrophe in Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Eckhaus Markt/Grüner Winkel brennt bis auf Außenmauern komplett nieder / Nachbarhaus stark einsturzgefährdet / Keine Verletzten

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Nermin Akan steht noch unter Schock. Sie und ihre achtköpfige Familie wurden von den Flammen im Schlaf überrascht. Es ist 4.50 Uhr auf dem Güstrower Markt. „Meine Mutter bemerkte den Brand. Wir haben sofort die Kinder geweckt und sind in den Flur gestürzt – der brannte schon“, erzählt sie mit Tränen in den Augen. „Mein Cousin hat unserer Dreijährigen ein nasses Handtuch vors Gesicht gehalten und ist rausgerannt.“ Auf der Straße sieht die türkische Familie aus Güstrow, dass das Nebengebäude mit der Marktdrogerie in voller Ausdehnung brennt. Flammen lodern hoch in den Güstrower Himmel, als gerade die Sonne aufgeht.

Laut Einsatzleiter Daniel Hunger von der Güstrower Feuerwehr handelt es sich um die größte Brandkatastrophe in der Güstrower Innenstadt nach der Brandserie im Jahre 2005. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Doch das unbewohnte Eckhaus Markt 29 mit der Marktdrogerie, dessen hinterer Teil gerade saniert wurde, wurde bis auf die Außenmauern komplett zerstört.


Flammen greifen auf Nachbarhaus über


Und auch das Nachbargebäude Markt 30 der Familie Akan ist nicht mehr bewohnbar. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen nicht mehr verhindern. „Als wir eintrafen, stand der Dachstuhl der Marktdrogerie im Vollbrand“, sagt Hunger. „Durch die Hitze und den Funkenflug brannte auch das Dach des Nachbarhauses am Markt.“ Gleich hätten die Kameraden weitere Nachbarhäuser vor den Flammen geschützt. „Wir haben auch einen Innenangriff versucht, aber die Flammen waren zu stark und die Einsturzgefahr zu groß“, schildert Hunger.

Stunden später ist die Rauchentwicklung immer noch groß. Während die Feuerwehr bis in den Nachmittag mit Restlöscharbeiten beschäftigt ist, steht Inhaberin Waltraut Bartel vor ihrer völlig zerstörten Drogerie. „Ich wollte heute wieder fröhlich zum Räumungsverkauf zur Arbeit gehen – aber das hat sich jetzt erledigt“, sagt sie traurig. Zum 30. September sollte die Marktdrogerie geschlossen werden. „Das wirft einen völlig um. Man kann nur froh sein, dass niemand zu Tode gekommen ist“, schiebt sie nach. 26 Jahre hat Waltraut Bartel in der Drogerie gearbeitet, wollte jetzt alles zu einem guten Abschluss bringen. Doch nun hat der Brand alles zunichte gemacht.


Marktdrogerie muss abgerissen werden


Das denkmalgeschützte Haus Markt 29 ist nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden. Das Nachbarhaus Markt 30 ist stark einsturzgefährdet. Mindestens bis Montag sind der Grüne Winkel, die Domstraße sowie der Platz vor den Brandhäusern voll gesperrt, kündigt Bürgermeister Arne Schuldt an. Bedenken hat er wegen des Marktes Nr. 30. Das Dach ist offen. Wenn es hinein regnet, könne das alte Haus komplett einstürzen, so Schuldt. Schnell müsse eine Lösung her.

Mehr als 80 Kameraden bekämpften den Brand am Morgen. Die Wehren aus Krakow am See, Karow/Lüssow, Karcheez, Gutow, Gülzow, Bützow und natürlich Güstrow waren im Einsatz. Sofort nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Brandstiftung wird zwar nicht ausgeschlossen, aber die Brandursache ist noch völlig unklar.

Die Familie Akan hat ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Sie kann nicht mehr zurück in ihre Wohnung. Jetzt kommen die Güstrower erst einmal bei Verwandten unter.

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