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Güstrower Anzeiger

19. November 2017 | 22:38 Uhr

Güstrow : Brandkastastrophe in der Altstadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Unbewohntes Haus mit Gemüsehandel in der Gleviner Straße in Güstrow ausgebrannt.

von
erstellt am 12.Feb.2017 | 00:00 Uhr

Das Haus in der Gleviner Straße 3 steht in Trümmern. Als die Feuerwehr am Sonnabend um 1.31 Uhr eintraf, stand das Obergeschoss des unbewohnten Hauses mit einem Obst- und Gemüsehandel im Erdgeschoss in hellen Flammen, die schnell auch das Dach ergriffen. „Ein Innenangriff war nicht mehr möglich. Der Treppenaufgang stand in Flammen. Also konzentrierten wir uns darauf, die Nachbargebäude zu schützen und den Brand von außen zu bekämpfen“, berichtet Einsatzleiter Markus Paschen, Zehn Stunden später rückten die Kameraden ab.

Gefasst und erschöpft stehen Sybille Wangerin und Salih Akan am Straßenrand und blicken aus müden Augen auf die letzten Handgriffe der Kameraden. „Ich wollte es erst gar nicht glauben. Aber das Telefon hörten nicht auf zu klingeln“, berichtet der Gemüsehändler, der sein Geschäft seit 2012 in der Gleviner Straße hat. „Ich bin sehr traurig“, fügt er hinzu. Es seien keine Menschen zu Schaden gekommen. Das sei das Wichtigste. Alles andere sei ihm erst einmal irgendwie egal. „Als uns die Polizei aus dem Schlaf riss, brannte es schon lichterloh“, erzählt Sybille Wangerin und weiter: „Der Giebel ist auf unser Dach gekippt. Wie ein Wunder sind die Dachfenster dabei heil geblieben.“ Aber natürlich sei das Löschwasser durchs ganze Haus gedrungen. „Die Ware würde jetzt vor dem Laden stehen. Meine Mutter wäre drinnen, weil ich krank bin…“, denkt Salih Akan laut nach und wünscht sich er hätte nur schlecht geträumt. Schon im nächsten Augenblick ist er wieder in der Realität. „Der Laden? Totalschaden“, sagt er.

 

75 Kameraden mit 20 Fahrzeugen im Einsatz

Fünf Frauen und Männer aus den beiden Nachbarhäusern mussten nachts evakuiert werden. Die Bewohner aus dem Haus gegenüber brachten sich vorsorglich in Sicherheit. Im Rathaus fanden sie Unterschlupf und Hilfe. Auch die Einsatzkräfte wurden hier verpflegt. Die Schnelle Einsatzgruppe und der Betreuungszug des DKR waren im Einsatz, berichtet Paschen. Niemand habe notuntergebracht werden müssen. Alle seien später bei Verwandten oder Bekannten untergekommen.

Neben den Kameraden der Güstrower Wehr waren weitere sechs Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz. Paschen spricht von 75 Einsatzkräften mit 20 Fahrzeugen. Mit einer zweiten Drehleiter hätten die Kameraden aus Bützow die Löscharbeiten unterstützt. Im Großen und Ganzen sei es gelungen, die Nachbarhäuser zu schützen. Die Nummer 2 habe Schäden davon getragen, weil Teile des Giebels des Brandhauses darauf stürzten. Einen Feuerüberschlag auf die Nr. 4 habe man unterbinden können. „Wir mussten Wände und Fußböden öffnen. Das ist das Problem bei Altbauten. Das Feuer frisst sich durch Zwischendecken und an Holzbalken entlang“, erklärt der Einsatzleiter. Ein unglaubliches Stück Arbeit hätten die Kameraden leisten müssen. „Zum Glück hatten wir ausreichend Atemschutzträger und die zweite Drehleiter“, betont der Güstrower Wehrführer. Beides habe man dringend gebraucht.

Unterstützung hatten die Kameraden außerdem durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Stadt. U.a. mussten Straße und Gehwege abgestumpft werden. Schnell war hier das Löschwasser gefroren und zu einer weiteren Gefahr geworden. Insgesamt, so betont Paschen, habe der Frost den Einsatzkräften einiges abverlangt. „Er zerrt an den Kräften der Leute und nagt an der Technik“, erklärt Paschen.

Die Gleviner Straße bleibt gesperrt, bis die Polizei ihre Arbeit gemacht und die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises den Zustand des Brandhauses, insbesondere die Statik, untersucht hat.

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